Sportwetten Bonus ohne Einzahlung: Die zehn Anbieter mit deutscher Erlaubnis im Kostenvergleich

Updated Oktober 2026
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Was ein Neukundenangebot ohne Einzahlung in Deutschland wirklich ist

Wer „Bonus ohne Einzahlung“ sucht, meint in aller Regel ein Startguthaben, für das kein eigenes Geld überwiesen werden muss. Die deutsche Wirklichkeit sieht anders aus, und sie ist nüchterner als das Schlagwort. Unter den zehn Sportwetten-Anbietern, die auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder stehen und hier besprochen werden, gibt es kein einziges Angebot, das dem Konto Geld gutschreibt, bevor der Kunde selbst etwas eingezahlt hat. Es gibt aber etwas, das dieser Erwartung näher kommt als jede Einzahlungsprämie: Gutschriften und Gratiswetten, die unabhängig von einem echten Einsatz ins Konto wandern.

Ein leerer Papier-Wettschein und ein Kugelschreiber liegen auf einem Holztisch, daneben ein kleiner Stapel Münzen im Morgenlicht.
Die 10-€-Gratiswette von bet-at-home auf den Sieger der FIFA WM 2026 musste bis zum 28.06.2026 um 18:00 Uhr platziert werden.

Wettstar zahlt nach der Anmeldung eine Gratiswette über 20 € aus, ohne dass vorher Geld fließen muss; der darauf folgende Einzahlungsbonus von 100 % bis zu 20 € wird zusätzlich gewährt, macht die Gesamtsumme von bis zu 40 € aber erst mit einer Einzahlung vollständig. Die 20 € aus der Anmeldung sind also der einzige Betrag in diesem Vergleich, der wirklich ohne eigenes Geld entsteht — und sie sind nicht auszahlbar, sondern müssen erst fünfmal in Wetten umgesetzt werden, innerhalb von 60 Tagen. Wer den Bonusbetrag danach verfallen lässt, hat nichts verloren außer der Zeit, die die Anmeldung gekostet hat. Wer ihn in ein Kontoguthaben verwandeln will, muss den Umsatz erfüllen.

Bet365 beschreibt sein Neukundenangebot als „bis zu 100 € in Wett-Credits“ und macht die Auflage öffentlich: die Credits werden erst nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung freigegeben. Das ist der zweite Weg, auf dem ein Startangebot anfühlt wie etwas umsonst, aber keines ist. Bei beiden Häusern steht am Ende dieselbe Frage: was kostet es, an das Guthaben zu kommen, und was bleibt davon übrig, wenn man es geschafft hat.

30. Oktober 2026 — Stand der Lizenzangaben: Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, abgeglichen am 02.10.2026.

Die Rechtslage: nur eine Erlaubnis macht ein Wettangebot zulässig

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale) erteilt nach dem GlüStV 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021, die bundesweite Erlaubnis, Sportwetten im Internet zu veranstalten und zu vermitteln. Grundlage sind § 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 GlüStV. Die Behörde erlaubt, überwacht und ahndet Verstöße nach § 28a; die Sportwettensteuer dagegen ist Sache des Finanzamts, nicht der GGL.

Ein Schlüssel steckt im Schloss einer geschlossenen Glastür eines Bürogebäudes, der Himmel spiegelt sich im Glas.
Die Whitelist der GGL führt für Betano die Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Der einzige Prüfstein für eine Erlaubnis ist die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Sie trägt in der Fassung vom 2. Oktober 2026 dreißig Einträge: 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich für Pferdewetten, und drei Inhaber, die ausschließlich Pferdewetten anbieten dürfen. Jede eingetragene Domain endet auf .de — und genau hier liegt der Fehler, der vielen Lesern unterläuft. Eine deutsche Domain beweist für sich genommen gar nichts: die Endung ist eine Registrierungsfrage, kein Nachweis einer Erlaubnis. Nur die Domain, die in der Liste unter dem Sportwetten-Eintrag steht, darf Sportwetten annehmen; die Erlaubnisse desselben Halters für virtuelle Automatenspiele, Poker oder Casino sind eigenständige Genehmigungen mit eigenständigen Regeln und sagen über das Sportwettenangebot nichts aus. Eine Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 fünf Jahre; die Whitelist nennt nur Erteilungsdaten und niemals ein Enddatum.

Was in Deutschland überhaupt gewettet werden darf

Erlaubt sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts daraus sowie auf Zwischenfälle während des Ereignisses, als Einzel- oder Kombinationswette nach § 21 Abs. 1. Hinzu kommt eine zweite Schranke: gespielt werden darf nur, was die GGL im Sportwettprogramm ausdrücklich zugelassen hat (§ 21 Abs. 5). Ein Anbieter darf also nicht einmal alles anbieten, was er technisch könnte.

Ein Fußball liegt im Gras eines leeren Platzes, im Hintergrund stehen Flutlichtmasten in der Dämmerung.
Bet365 bewirbt für Neukunden „bis zu 100 € in Wett-Credits“; Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht.

Für Livewetten (§ 21 Abs. 4) gilt eine enge Regel. Während eines laufenden Ereignisses sind nur Wetten auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente in Sportarten zulässig, in denen solche Ereignisse selten sind. Das nächste Tor im Fußball und der nächste Satz im Tennis sind erlaubt; der nächste Punkt im Tennis und der nächste Korb im Basketball nicht. Ausgenommen bleiben Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure beteiligt sind — nach der Praxis der GGL zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateursport. Ebenfalls gesperrt sind manipulationsanfällige Wetten sowie Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig, und E-Sport ist es ebenso wenig: die GGL stellt fest, dass E-Sport nicht als Sport anerkannt ist und keine lizenzierten E-Sport-Wetten in Deutschland existieren. Über die Zulässigkeit virtueller Sportarten ist nichts festgestellt; dazu steht hier nichts. Eine gesetzliche Obergrenze für den Einsatz je Wette gibt es beim Sportwetten nicht.

Wer eine Fußball-Gratiswette auf ein Regionalliga-Spiel plant, hat damit schon einen Plan, der nicht aufgeht. Die Schranke liegt nicht im Angebot des Anbieters, sondern im Programm, das die Behörde genehmigt hat — und sie kostet den Spieler genau jene Märkte, die in Wettbüros im Ausland frei stehen.

Der Weg zum erlaubten Anbieter und die Kosten des Umwegs

Sich auf einem Angebot ohne Erlaubnis zu beteiligen, ist unerlaubtes Glücksspiel (§ 4 Abs. 1 GlüStV). Eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan hat in Deutschland keine Bedeutung. Die GGL hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt. Strafrechtlich steht das Veranstalten nach § 284 StGB unter Strafe — bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe —, die Werbung dafür bis zu einem Jahr; die Beteiligung nach § 285 StGB bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Dass einzelne Spieler verfolgt werden, ist nicht festgestellt: das ist weder ein Freibrief noch ein Grund, den Fall dramatischer darzustellen, als er ist. Die Behörde arbeitet mit Untersagungsverfügungen, Zahlungs- und Netzsperren (§ 9).

Im Zivilrecht sind Anbieter ohne deutsche Erlaubnis in mehreren Fällen zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt worden, und die Frage liegt jetzt beim Europäischen Gerichtshof. Der Bundesgerichtshof hat dem EuGH am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; in dem Verfahren verlangt ein Kläger von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des EuGH, Nicholas Emiliou, hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit einer Ausnahme: Behörden haben zugesichert, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Zugesprochen ist damit nichts. Wer heute bei einem Anbieter außerhalb der Whitelist setzt, spekuliert darauf, dass ein Gericht später für ihn entscheidet.

Diese Spekulation hat einen Preis, und er wird beim Bonus fällig. Ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis ist an kein Einzahlungslimit und an kein Sperrsystem gebunden; er kann mit einem Angebot locken, das kein konzessionierter Wettanbieter nachbilden kann — und hat keine Verpflichtung, das Guthaben auf einem treuhänderisch geführten Konto zu halten. Genau dieses Guthaben ist bei einem Bonus aber das einzige, worüber gestritten wird.

Was das Bonusguthaben selbst kostet

Nur Inhaber einer Erlaubnis dürfen in Deutschland für Wetten werben (§ 5 Abs. 7). Das GlüStV 2021 enthält allerdings keine einzige Vorschrift, die einen Sportwettenbonus festsetzt, begrenzt oder mit einer Obergrenze versieht. Beträge, Umsatzauflagen und Mindestquoten stammen zu hundert Prozent aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Das ist der wichtigste Satz dieser Seite, weil er die Machtverteilung beschreibt: der Staat prüft, wer werben darf, der Anbieter bestimmt, wofür.

Der Begriff „Gratiswette“ verdient dabei eine Zerlegung. Eine Gratiswette oder Freebet ist ein Guthaben, mit dem eine Wette platziert werden kann, dessen Einsatz bei einem Gewinn aber nicht mit ausgezahlt wird. Ausgezahlt wird der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes — so steht es in den Bedingungen von MERKUR BETS ausdrücklich. Bei Bet365 fehlt der Einsatz der Wett-Credits ebenfalls in den Gewinnen, und das Unternehmen sagt es selbst. Bonusgeld ist dagegen in der Regel Guthaben, das erst nach erfüllten Umsatzbedingungen auszahlbar wird; der Einsatz kann dann Teil des auszahlbaren Guthabens sein. Der Unterschied zwischen beiden ist kein Wortspiel: er entscheidet, ob ein Treffer überhaupt die volle Quote einbringt.

Ein Rechenbeispiel: was eine 10-€-Gratiswette im Schnitt hergibt

Der Wert einer Gratiswette lässt sich schätzen, wenn man die Quote und den Quotenschlüssel des Marktes kennt. Betrachten wir eine Gratiswette über 10 € auf einem Zwei-Weg-Markt mit Quoten von 1,90 und 1,90 — ein Rechenbeispiel, kein Angebot eines Anbieters und kein zitiertes Preisverhältnis. Der Quotenschlüssel dieses Marktes ergibt sich aus 1 geteilt durch die Summe von 1/1,90 und 1/1,90, also rund 0,95; die Marge des Veranstalters beträgt damit rund 5 %. Der Wert der Gratiswette liegt bei 10 € mal 0,90 geteilt durch 1,90 mal 0,95, also bei etwa 4,50 €.

Daraus folgt: eine Gratiswette ist typischerweise nicht die Hälfte ihres Nennwerts wert, sondern — bei einer Zwei-Weg-Quote von 1,90 auf beiden Seiten und der beschriebenen Annahme — ungefähr 45 % davon. Bei einer 20-€-Gratiswette entspricht das rund 9 €; bei 100 € Wett-Credits, für die erst der Gegenwert als Einzahlung umgesetzt werden muss, wären es rund 45 €. Die Zahl ist ein Erwartungswert über viele Wetten unter der Annahme, dass der Einsatz der Gratiswette nicht zurückgezahlt wird; über die Chance, dass eine einzelne Wette gewinnt, sagt sie nichts.

Der Nennwert eines Freebets ist also die Zahl, die am lautesten klingt und am wenigsten bedeutet. Wer mit „100 €“ auf dem Plakat rechnet, sollte den Faktor 0,45 kennen, bevor er den Kopf schüttelt; wer mit 45 € rechnet, versteht besser, was auf dem Wettschein passiert.

Umsatzbedingungen: wo die Auflage teurer ist als der Bonus

Der zweite Kostenposten kommt nach dem Treffer. Tipwin schreibt für seinen Willkommensbonus 100 % der Einzahlung bis höchstens 100 € gut, verlangt aber, dass Einzahlung und Bonus zusammen vor einer Auszahlung mindestens siebenmal in Sport- und Livewetten eingesetzt werden. Je Wettschein zählen dabei höchstens 100 €, und gezählt werden nur Wettscheine mit einer Quote von mindestens 1,80.

Nehmen wir eine Einzahlung von 100 €, damit der Bonus seine Obergrenze von 100 € erreicht: Dann stehen 200 € als Grundlage im Raum, und daraus werden 1.400 € Umsatz. Um diese Summe zu erreichen, sind mindestens 14 Wettscheine über je 100 € nötig — die Obergrenze je Wettschein führt genau dorthin, denn kleinere Einsätze strecken die Zahl der Wetten, ohne den Umsatz zu verringern. Rechnen wir mit der Marge des Zwei-Weg-Beispiels von rund 5 %, kostet das Durchspielen dieses Umsatzes im Erwartungswert rund 70 €. Wer hier großzügig steht, ist mit Verlust ausgestiegen.

Die Mindestquote von 1,80 ist dabei kein Detail am Rand, sondern der eigentliche Preistreiber. Sie schließt alle Favoritenwetten unter dieser Schwelle aus und drängt den Spieler in Richtung der Märkte, die der Anbieter mit seiner Marge belastet. Ein Umsatz von 1.400 € auf Quoten rund um 1,80 ist etwas anderes als derselbe Umsatz auf 1,30 — nur die erste Variante lässt sich überhaupt so spielen.

Winamax verfolgt den entgegengesetzten Ansatz. Das Willkommensangebot verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets, und für diese Freebets bestehen keine Umsatzbedingungen. Die Einzahlung selbst muss vor einer Auszahlung einmal umgesetzt werden, mit einer Obergrenze der Umsetzung von 100 € und einer Mindestquote von 1,05. Cashout-Wetten und stornierte Wetten zählen dabei nicht. Weitere zeitliche Bedingungen nennt Winamax nicht. Das Angebot gilt einmal pro Kunde, IP-Adresse, Gerät, Haushalt und Bankkarte oder Bankkonto. Das ist im Vergleich die klarste Konstruktion im Feld: die Freebets ohne Auflage, die Einzahlung mit einer einzigen Umsetzung und einer sehr niedrigen Mindestquote. Wer 100 € einzahlt, diese 100 € einmal auf einer Quote ab 1,05 umsetzt und die Freebets in Wetten mit ordentlichen Quoten steckt, hat von diesem Haus am wenigsten Reibung zu erwarten.

Bei bpremium liegt der Umsatz bei dem Fünffachen des Bonusbetrags und zusätzlich dem Fünffachen der zugehörigen Einzahlung, bei Dezimalquoten ab 1,7; Angebote sind, sofern nicht anders angegeben, nur einmal nutzbar. Wer dort 50 € einzahlt und 50 € Bonus erhält, muss also 250 € für den Bonus und 250 € für die Einzahlung bewegen. Das ist ungewöhnlich viel für einen Bonus dieser Größe, und der Aufwand wird bei einem kleineren Konto schnell größer als der Bonus selbst.

MERKUR BETS hat in einer Mitteilung vom 14.10.2024 für Neukunden bei einer Ersteinzahlung ab 1 € eine Freebet über 25 € beworben — und dazu eine Bedingung, die man kennen sollte: verliert die erste qualifizierende Kombiwette, wird der Einsatz bis 75 € als Freebet erstattet, sofern vor der Wette die Option „Neukunden-JokerBet“ gewählt wurde. Ohne diese Auswahl gibt es keine Erstattung. Wer die Option übersieht, ist nicht betrogen worden, hat aber einen Teil des Angebots nicht angenommen.

Fristen und Daten

Fristen sind der dritte Kostenposten, und sie sind der am leichtesten übersehene, weil sie auf dem Wettschein nicht auftauchen. Die 10-€-Gratiswette von bet-at-home auf den „Sieger der FIFA WM 2026“ war ein Angebot an Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland, die sich ab dem 09.06.2026 über den Promotion-Link registrierten; die Wette musste bis zum 28.06.2026 um 18:00 Uhr platziert sein; Gewinne daraus unterlagen keinen Umsatzbedingungen. Zu früh registriert, zu spät getippt, kein Anspruch. Das Angebot gilt in der Form, in der das Unternehmen es beschreibt — heute ist es Geschichte. Das dahinterliegende Muster ist nicht Geschichte: ein Turnier ist ein Zeitfenster, und ein Zeitfenster ist eine Frist, und die Frist gehört zu den Bedingungen, die man vorher liest, nicht danach.

Die Sportwettensteuer von 5,3 % — und warum sie kein Aufschlag auf den Einsatz ist

Die Sportwettensteuer steht in §§ 16–25 RennwLottG und beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz, der um die Steuer selbst gemindert ist“ (§§ 17, 18). Umgerechnet sind das rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Wettenden (§ 19). Ob und wie ein Anbieter sie an den Kunden weitergibt, ist seine Entscheidung und nur aus seinen eigenen Bedingungen zu belegen. Die Steuer trifft auch unlizenzierte Anbieter; wer Steuern zahlt, hat damit noch keine Erlaubnis. Der häufige Fehler, „5,3 % des Einsatzes“ zu schreiben, ist ein anderer Betrag — bei einer Berechnung von 5,3 % auf den Einsatz abzüglich der Steuer (rund 5 % des eingezahlten Betrags).

Für Bonusgewinner ist die Steuer ein stiller Faktor in der Quote. Sie sitzt im Quotenschlüssel, den der Veranstalter kalkuliert, und sie taucht damit in jedem Euro auf, der aus einer Gratiswette herauskommt. Der Gewinn des privaten Wettenden ist in dieser Frage nicht auf Primärebene geklärt; allgemeine Auskunft gibt es von der Finanzverwaltung, im Zweifel hilft eine steuerliche Beratung. Eine Steuerposition, die sich nicht rechnet, wird hier nicht vorgetragen.

Was das Spielen selbst kostet: Schutzregeln, die auch mit Gratiswette gelten

Die Teilnahme ist ab 18 Jahren erlaubt (§ 4 Abs. 3). Ein Konto pro Anbieter, und zwar vollständig verifiziert (§ 6a); vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spiel erlauben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen.

Das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 liegt standardmäßig bei 1.000 € je Kalendermonat — und zwar über alle Anbieter hinweg, durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, darf für eine einzelne Person ein höheres Limit eintragen (bis 10.000 €, 10.000–30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler) — aber nur gegen einen belegbaren Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Eine Herabsetzung gilt sofort, eine Erhöhung nach 7 Tagen. Paralleles Spielen bei mehreren Anbietern ist nach § 6h, Aktivitätsdatei, verboten.

OASIS nach §§ 8, 8a ist das bundesweite Sperrsystem, das bei der Registrierung und beim Login abgefragt wird. Wer sich selbst sperrt und dabei einen Zeitraum nennt, ist mindestens drei Monate gesperrt; ohne Angabe mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige 24-stündige Sperre aus. Anbieter außerhalb der Whitelist sind an OASIS und LUGAS nicht angeschlossen — genau deshalb taucht ein „Bonus ohne OASIS“ in den Suchanfragen derer auf, die sich an einer Prüfung vorbeimogeln wollen, die ihrem eigenen Schutz dient.

Bei den Zahlungen ist der Rahmen eng (§ 6b Abs. 4): erlaubt ist nur ein Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht zulässig — das ist der Mechanismus, der Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Karten aus dem erlaubten deutschen Wettgeschäft heraushält. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Sache und nur aus seinen Bedingungen zu belegen. Spielerguthaben liegen auf einem treuhänderisch geführten Konto und sind damit insolvenzgeschützt; bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6–7).

Wer ein Bonusangebot vergleicht, vergleicht also nicht nur Gratiswetten, sondern zwei Welten mit unterschiedlichen Preisen. Die lizenzierte Welt bietet Rechtssicherheit, ein Sperrsystem, das einen ernst nimmt, insolvenzgeschütztes Guthaben und eine Aufsicht, die einen Anbieter auch mal aus der Werbung nimmt — und verlangt dafür ein Standardlimit von 1.000 € im Monat über alle Anbieter, ein eingeschränktes Live-Programm, vollständige Verifizierung und Zahlung vom eigenen Konto. Die andere Welt lockt mit höheren Limits und ungebremsten Bonusversprechen, aber sie kennt weder OASIS noch LUGAS noch deutsche Rechtsschutzwege. Wer dort spielt, handelt mit einem Anbieter, dessen Bedingungen niemand in Deutschland prüft.

Gratiswette, Freiwette, Wett-Credits: die zehn Anbieter im Vergleich

Die zehn Sportwetten-Anbieter auf der GGL-Whitelist treten mit unterschiedlichen Konstruktionen an. Die folgende Übersicht ordnet sie nach der Frage, die für den Leser zählt: was gibt es ohne eigenes Geld, und seit wann hat der Anbieter seine Erlaubnis.

Anbieter Whitelist-Status und Inhaber der Erlaubnis Sportwetten-Erlaubnis seit Startangebot ohne eigenes Geld
AdmiralBet Sportwetten-Erlaubnis für AdmiralBet; Inhaber Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnisse 13.12.2022 und 29.07.2024 —
DAZN Bet Sportwetten-Erlaubnis für DAZN Bet; Inhaber DZBT Operations Limited 22.08.2023 —
Tipico Sportwetten-Erlaubnis für Tipico; Inhaber Tipico Co. Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 09.12.2022 —
Tipwin Sportwetten-Erlaubnis für Tipwin; Inhaber Tipwin Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnisse 27.12.2022 und 09.01.2024 Willkommensbonus 100 % der Einzahlung bis 100 €; entsteht erst mit der Einzahlung
bet-at-home Sportwetten-Erlaubnis für bet-at-home; Inhaber Bet-at-home.com Internet Limited 02.11.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022 10-€-Gratiswette auf den Sieger der FIFA WM 2026, Registrierung ab 09.06.2026, Platzierung bis 28.06.2026, 18:00 Uhr
Tiptorro Sportwetten-Erlaubnis für Tiptorro; Inhaber Torro Tec Limited 30.06.2021, Folgeerlaubnis 27.12.2022 —
bwin Sportwetten-Erlaubnis für bwin; Inhaber bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 23.12.2022 —
Betano Sportwetten-Erlaubnis für Betano; Inhaber Betkick Sportsbetting Limited 19.02.2021, Folgeerlaubnis 16.12.2022 —
Bet3000 Sportwetten-Erlaubnis für Bet3000; Inhaber I.B.C. Sportsbetting Limited 22.04.2026 —
Interwetten Sportwetten-Erlaubnis für Interwetten; Inhaber Interwetten Gaming Limited 02.11.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022 —

Der Querstrich steht dort, wo ein Haus in dieser Runde kein Startangebot vorlegt, das ohne Einzahlung funktioniert — nicht, dass es gar nichts anbietet. Wer ein Haus auf dieser Liste auswählt, prüft das eigene Wettprogramm; die Spalte gibt die Bedingungen des Anbieters wieder, keine Empfehlung.

Auffällig ist die Erlaubnis-Historie der Liste. Acht der zehn Häuser haben ihre erste Sportwetten-Erlaubnis zwischen Oktober 2020 und Juni 2021 erhalten, also zu Beginn des heute geltenden Regimes; Bet3000 ist mit dem 22. April 2026 der Neuling, DAZN Bet mit dem 22.08.2023 der jüngste davor. Die Whitelist nennt Erteilungsdaten und, wie die Behörde sie führt, kein Enddatum. Wer ein Ablaufdatum sieht, hat es sich ausgedacht.

Die Anbieter im Einzelnen

AdmiralBet: Erlaubnis aus dem ersten Jahr des GlüStV 2021

Auf der Whitelist ist für AdmiralBet die Greentube Betting Malta Limited als Betreiberin geführt. Die Sportwetten-Erlaubnis trägt das Erstdatum 09.10.2020, dazu Folgeerlaubnisse vom 13.12.2022 und 29.07.2024. Bemerkenswert ist daneben ein Eintrag, der mit Sportwetten nichts zu tun hat: für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht eine Erlaubnis seit dem 28.09.2022. Wer die beiden Domains als eine Erlaubnis liest, liest die Whitelist falsch. Das Sportwetten-Angebot steht auf der Sports-Domain; der Automatenspielbetrieb läuft auf einer anderen Adresse unter einer anderen Genehmigung.

Der Name AdmiralBet ist mit einem stationären Erbe verbunden, das in Deutschland seit Jahren präsent ist. Am Wettprogramm ändert das nichts, an der Erwartungshaltung der Kunden einiges. Wer aus einem Automaten- oder Filialkontext kommt, ist an ein anderes Tempo gewöhnt als an eine Festquotenwette, die nach dem Abpfiff ausgezahlt wird.

Am Ende bleibt der Umstand, dass hier ein Haus mit einer der längsten Erlaubnis-Historien dieses Vergleichs steht — und mit einer zweiten Erlaubnis, die nichts mit Wetten zu tun hat. Wer streng nur auf Sportwetten schauen will, sollte die beiden auseinanderhalten.

DAZN Bet: der Sportstream mit Cash-Out-Einschränkung

Für DAZN Bet führt die Whitelist die DZBT Operations Limited, Erlaubnis seit dem 22.08.2023. Das Haus gehört zu den Jüngeren in dieser Runde, und es sitzt in einem Umfeld, in dem Sportübertragung und Sportwetten enger zusammenrücken. Als Streaming-Plattform ist DAZN eine andere Größe als ein klassischer Buchmacher.

Wo es konkret wird, ist Cash Out bei DAZN Bet nur bei Einzel- und Kombiwetten möglich — nicht bei Systemwetten und nicht bei Wetten, die als Freiwette platziert wurden. Der Betrag richtet sich nach den aktuellen Quoten, und die Verfügbarkeit von Cash Out wird nicht garantiert. Das ist eine relevante Einschränkung für alle, die eine Gratiswette in ein flexibles Instrument verwandeln wollen: der Ausstieg, um den es dabei geht, steht genau dort nicht zur Verfügung, wo die Wette kein eigenes Geld gebunden hat.

Wer eine Sportstream-Plattform schätzt und Cash Out ohnehin selten nutzt, findet hier ein lizenziertes Haus mit kurzer Marktgeschichte. Wer Cash Out als Teil seines Spiels einplant, sollte vorher wissen, dass ein Teil der Wetten davon ausgenommen ist.

Tipico: ein Konto mit Geschichte

Die Whitelist führt für Tipico.de die Tipico Co. Limited, Erlaubnis seit dem 09.10.2020, Folgeerlaubnis vom 09.12.2022. Die Gesellschaft hat ihren Sitz im Portomaso Business Tower in San Ġiljan auf Malta und wurde 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik und Mladen Pavlovic gemeinsam mit dem Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle gegründet.

Tipico ist auch der Anbieter, der in einem Verfahren vor dem Bundesgerichtshof steht, weil ein Kläger mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurückverlangt. Was dieser Kläger geltend macht, ist keine Feststellung gegen den Anbieter; das Verfahren ist offen, und der deutsche Markt wartet auf die Antwort des Europäischen Gerichtshofs.

Der Anbieter hat eine der frühesten Erlaubnissen dieses Vergleichs und bleibt einer der kundenstärksten der Liga. Wer bei Tipico spielt, spielt bei einem Haus, das den deutschen Rechtsrahmen vollständig mitgeht und zugleich Teil der zentralen Rechtsfrage dieses Marktes ist.

Tipwin: der Bonus mit der strengsten Wettscheinregel

Für Tipwin führt die Whitelist die Tipwin Limited, Erlaubnis seit dem 09.10.2020, Folgeerlaubnisse vom 27.12.2022 und 09.01.2024. Der Sportwetten-Willkommensbonus beträgt 100 % der Einzahlung bis höchstens 100 €. Einzahlung und Bonus zusammen müssen vor einer Auszahlung mindestens siebenmal in Sport- und Livewetten eingesetzt werden; je Wettschein zählen höchstens 100 € und nur Wettscheine mit einer Quote von mindestens 1,80. Dasselbe Haus macht den Zugang zum Bonus ungewöhnlich fest: nur verifizierte Konten erhalten ihn, und wer vor der Verifizierung einzahlt, kann ihn erst mit der nächsten Einzahlung beanspruchen. Wetten mit angenommenem Ticketrückkauf zählen nicht zum Umsatz. Das Angebot gilt einmal je Person, Konto, Haushalt, Zahlungsmittel, Gerät und IP-Adresse.

Bei Tipwin gibt es noch eine Eigenheit, die man vor der Anmeldung kennen sollte: Auszahlungen sind erst nach Erfüllung der Umsatzbedingungen des Willkommensbonus möglich, wenn bei einer weiteren Einzahlung noch ein Restguthaben von mehr als 1 € auf dem Konto liegt, und für die Auszahlung müssen alle gespielten Ereignisse abgeschlossen sein. Das ist die schärfste Verbindung von Bonus und Auszahlung in diesem Vergleich.

Der verifizierte Zugang ist keine Schikane, sondern die Regel des § 6a — und ein Haus, das die Verifizierung vor der Beanspruchung verlangt, erspart dem Kunden, den Bonus nachzuholen. Siebenfacher Umsatz bei einer Mindestquote von 1,80 bleibt trotzdem der größte Einzelposten im Angebot dieses Anbieters.

bet-at-home: die Gratiswette mit Ablaufdatum

Für Bet-at-home führt die Whitelist die Bet-at-home.com Internet Limited, Erlaubnis seit dem 02.11.2020, Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. Das Angebot, mit dem das Haus in dieser Runde auftritt, ist die 10-€-Gratiswette auf den „Sieger der FIFA WM 2026“, die Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland offenstand, die sich ab dem 09.06.2026 über den Promotion-Link registrierten. Platziert werden musste die Wette bis zum 28.06.2026 um 18:00 Uhr; Gewinne daraus unterlagen keinen Umsatzbedingungen.

Diese letzte Eigenschaft ist der Teil, den man aus dem Angebot mitnehmen kann: eine Gratiswette ohne Umsatzauflage auf den Gewinn ist ungewöhnlich, weil sie den zweiten Kostenposten komplett streicht. Der erste bleibt. 10 € Nennwert sind bei der Quote und dem Quotenschlüssel des Zwei-Weg-Beispiels dieser Seite im Erwartungswert etwa 4,50 € wert.

Wer ein Turnier mit einer Gratiswette verknüpft, verkauft Zeit gegen Reichweite — das ist das Geschäftsmodell, nicht der Bonus. Interessant ist es für alle, die sich ohnehin auf ein Turnier vorbereiten wollen; wem die Frist zu knapp ist, für den ist die Gratiswette kein Grund zur Eile, sondern ein Grund zum Nachrechnen.

Tiptorro: ein Sportwettenprogramm hinter einer App

Für Tiptorro führt die Whitelist die Torro Tec Limited, Erlaubnis seit dem 30.06.2021, Folgeerlaubnis vom 27.12.2022. Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited (Malta) angeboten, die sich dort selbst als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder beschreibt. Der Whitelist-Eintrag deckt sich damit.

Tiptorro tritt in dieser Runde zuerst als App auf, nicht als Website. Wer dort spielt, tut das auf dem Telefon; die App ist der Zugang, das Wettprogramm die Funktion. Ein Startangebot ist für dieses Haus in dieser Runde nicht beschrieben — wer eines sucht, fragt vor der Anmeldung auf der Seite selbst nach, was das Konto zum Start enthält.

Die Erlaubnis liegt seit Mitte 2021 vor und wurde Ende 2022 erneuert. Wer eine App bevorzugt und die Bedingungen selbst prüft, findet hier ein lizenziertes Haus mit kurzer Vertriebslinie.

bwin: Cashout und Live-Streams in der App

Für Bwin führt die Whitelist die bwin (Deutschland) Limited, Erlaubnis seit dem 09.10.2020, Folgeerlaubnis vom 23.12.2022. Die „bwin – Sportwetten App“ wird im Apple App Store von der bwin.party entertainment Limited angeboten; die Entwicklerbeschreibung nennt Cashout (manuell und automatisch), Live-Streams und Live-Statistiken sowie Kombi-Boost und Quoten-Boost. Das ist eine Funktionenliste aus der Beschreibung des Anbieters, keine Bewertung ihres Nutzens. Fest steht: Cashout und Live-Streams gehören hier zum erklärten Umfang der App.

Wer Live-Streams als Teil der Wettentscheidung nutzt, hat bei bwin ein Umfeld, das darauf ausgelegt ist. Die Kehrseite ist die deutsche Rechtslage: Livewetten sind nur auf das Endergebnis und auf seltene Komponenten wie das nächste Tor oder den nächsten Satz zugelassen, was den Live-Markt enger macht als der Begriff „Live-Stream“ vermuten lässt.

Die Kombination aus einer der ersten Erlaubnisse des Regimes und einer funktionsreichen App macht bwin zu einem der breitesten Angebote dieser Liste. Wer den Live-Modus als Kern seines Spiels versteht, sollte die zugelassenen Märkte vorher prüfen.

Betano: ein Betreiber, der in der Liste namentlich steht

Für Betano führt die Whitelist die Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan, Malta; die Liste trägt als Stand den 2. Oktober 2026, die Erlaubnis datiert seit dem 19.02.2021, mit Folgeerlaubnis vom 16.12.2022. Der Name des Halters ist der Teil, den man sich merkt — wer auf einer Website prüfen will, ob sie erlaubt ist, findet dort in der Regel nicht den Markennamen, sondern den Namen der Betreibergesellschaft.

Ein Startangebot ist für dieses Haus in dieser Runde nicht beschrieben; wer eines sucht, liest die Bedingungen auf der Seite selbst. Was für eine Entscheidung zählt, ist ohnehin anderes: Betano gehört zu den Häusern, deren Erlaubnis 2021 erteilt und Ende 2022 erneuert wurde — eine stabile Historie im heutigen Regime.

Wer die Whitelist als Prüfwerkzeug benutzen will, hat bei Betano ein gutes Beispiel: die Marke, nach der man sucht, steht nicht in der Liste, der Betreiber schon.

Bet3000: der Neuling mit der jüngsten Erlaubnis

Als Veranstalter der Sportwetten unter Bet3000 führt die GGL die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Lyons Range Court, Flat Nr. 1, Triq Bisazza, SLM 1640, Sliema, Malta. Die Erlaubnis für Bet3000.de ist mit dem Erstdatum 22. April 2026 verzeichnet.

Damit ist Bet3000 in dieser Runde der jüngste Eintrag: kein Haus mit Folgeerlaubnis, sondern eines im ersten Jahr seines Fünf-Jahres-Zeitraums nach § 4c Abs. 1. Für den Spieler bedeutet das nicht weniger Rechtsschutz — dieselbe Whitelist, dasselbe OASIS- und LUGAS-System, derselbe treuhänderische Guthabenschutz. Es bedeutet nur, dass der Anbieter am Anfang seiner deutschen Konzession steht und sich in der Aufsicht noch beweisen muss.

Wer einem etablierten Anbieter den Vorzug gibt, wird hier nichts vermissen; wer früh dabei sein will, liest die eigenen Bedingungen des Hauses, weil in dieser Runde kein Startangebot beschrieben ist.

Interwetten: Cash-Out als widerrufliches Angebot

Für Interwetten führt die Whitelist die Interwetten Gaming Limited, Erlaubnis seit dem 02.11.2020, Folgeerlaubnis vom 27.12.2022. Interwetten kann Cash-Out-Angebote laut seinen Sportsbook-Regeln ohne vorherige Ankündigung widerrufen oder deaktivieren; für Freebets und Bonusgeld ist Cash-Out nicht verfügbar.

Das ist die klarste Formulierung dieser Einschränkung im Feld. Bei anderen Häusern ist Cash Out bei Freiwetten ausgeschlossen — hier kommt hinzu, dass das Feature selbst jederzeit verschwinden kann. Ein Ausstieg, auf den man jederzeit zugreifen möchte, ist damit ein Ausstieg, auf den man sich nicht verlassen kann.

Wer Cash Out als festen Bestandteil seiner Strategie begreift, wird bei Interwetten eine Variable mehr einkalkulieren. Wer es als gelegentlichen Zusatz sieht, kann mit der Konstruktion leben; die Erlaubnis-Historie des Hauses ist jedenfalls so solide wie bei den meisten anderen auf dieser Liste.

Der MERKUR BETS CLUB und andere kombinierte Angebote

MERKUR BETS zeigt in einer gesonderten Aktion, wie ein Anbieter Umsatz mit einer Gutschrift verbindet. Der MERKUR BETS CLUB schüttete für Kombiwetten oder Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 € am Montag der Folgewoche eine Freebet über 5 € aus; die Aktion lief vom 09.06.2025 bis 14.07.2025. Die Freebet muss innerhalb von 3 Tagen unter „Meine Boni“ aktiviert werden und verfällt, wenn sie nicht innerhalb von 7 Tagen nach Erhalt genutzt wird; sie gilt nur für Einzel- oder Kombinationswetten, System- und Mehrwegwetten sind nicht zulässig. Bei einer mit Freebet platzierten Wette ist kein Cashout möglich; bei einem Gewinn wird der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt, und die Freebet gilt nicht für Wetten mit Quotenboost.

Rechnet man das nach, wird die Aktion schnell nüchtern: 25 € Wochenumsatz für eine 5-€-Freebet heißt eine Gutschrift von 20 % des Umsatzes — aber die 5 € sind bei der üblichen Quote im Erwartungswert nur etwa 2,25 € wert. Wer die Kombi ohnehin spielt, nimmt die Gutschrift mit; wer sie nur wegen der Gutschrift spielt, hat 25 € bewegt, um den Gegenwert einer halben Wette zu erhalten. Ob die Aktion noch läuft, steht auf einer anderen Seite des Anbieters.

Der Kombi-Boost von MERKUR BETS gibt ab fünf Auswahlen einen Prozentbonus auf den Gewinn: 5 % bei fünf Auswahlen, je weiterer Auswahl 1 Prozentpunkt mehr, höchstens 30 % ab 30 Auswahlen; die Mindestquote je Auswahl beträgt 1,21. Live-Wetten mit Boost sind grundsätzlich nicht erlaubt. Bei Bet365 gibt es einen vergleichbaren Boost für den Wetten-Konfigurator bei 3 oder mehr Auswahlen und kombinierten Quoten von 2,00 oder höher sowie einen Gewinn-Boost für Kombiwetten, dessen Prozentsatz von der Zahl der Auswahlen abhängt. Im Hilfezentrum von Bet365 sind der Wetten-Konfigurator, der Gewinn-Boost, Cash Out, „Einwechslung+“ — eine Spielerwette, die bei einer Auswechslung weiterläuft — und „Wette teilen“ als Funktionen beschrieben.

Solche Boni auf den Gewinn klingen großzügig und sind arithmetisch harmlos: ein Prozentbonus auf den Gewinn einer Kombiwette verändert die Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens überhaupt nicht. Er erhöht lediglich die Auszahlung im unwahrscheinlichen Fall, dass alle Auswahlen stimmen — und mindert damit nicht die Marge, die jede einzelne Auswahl bereits trägt.

Ein dritter Mechanismus, den man häufig sieht, ist die Bindung eines Bonusangebots an eine Zahlungsmarke. Bei Betway qualifizieren Einzahlungen per Skrill nur für die Willkommens-Freiwette, nicht für den Einzahlungsbonus. Die Mindesteinzahlung per Skrill beträgt dort 5 €, die Mindestauszahlung 10 €; Skrill-Auszahlungen sind gebührenfrei und werden in der Regel innerhalb von 24 Stunden freigegeben. Bei Trustly liegt die Mindesteinzahlung ebenfalls bei 5 €, die Mindestauszahlung bei 10 €, und Trustly-Zahlungen sind gebührenfrei; ausgezahlt wird nur Guthaben ohne offene Bonus-Umsatzbedingung, auf ein Bankkonto auf den Namen des Kunden und nach vorheriger Trustly-Einzahlung. Wer eine bestimmte Zahlungsmarke bevorzugt, sollte also vorher wissen, ob sie den Bonus überhaupt auslöst.

Was am Ende vom Neukundenangebot übrig bleibt

Der Vergleich der lizenzierten Häuser zeigt drei Preisstufen, die man an jeder Werbebotschaft erkennen kann. Die erste ist der Nennwert — bei Winamax bis zu 100 € in Freebets, bei Tipwin bis zu 100 € als Bonus auf die Einzahlung, bei MERKUR BETS 25 € als Freebet. Die zweite ist der Umsatz, und der entscheidet mehr als alles andere. Winamax hebt für die Freebets jede Umsatzbedingung auf und setzt die Einzahlung nur einmal bei Quote 1,05 um. Wettstar verlangt fünfmal den Bonus innerhalb von 60 Tagen. Tipwin verlangt für Einzahlung und Bonus zusammen mindestens sieben Einsätze, je Wettschein höchstens 100 € und nur ab Quote 1,80. Die Club-Gutschrift von MERKUR BETS verlangt Wochenumsatz für einen Betrag von der Größe einer Kinokarte. bpremium verlangt das Fünffache von Bonus und Einzahlung ab Quote 1,7. Die Marge des Marktes macht daraus einen Preis, der sich bei Tipwin im Beispiel dieser Seite auf rund 70 € beläuft — mehr als zwei Drittel des Bonus, für den man spielt.

Die dritte Preisstufe sind die Ausschlüsse, die in keiner Werbung stehen: der Einsatz der Gratiswette fehlt im Gewinn; eine Wette auf ein Amateurspiel zählt gar nicht im zugelassenen Programm; Systemwetten, Torschützenwetten und Livewetten sind vom Cash-out ausgenommen; eine nicht aktivierte Gratiswette verfällt nach Tagen. Wer diese drei Stufen getrennt betrachtet, versteht die Werbung schneller als jemand, der sie von oben nach unten liest.

Der beste Kandidat für ein gutes Angebot ist in dieser Runde Winamax: Freebets ohne Umsatzauflage, eine einzige Umsetzung der Einzahlung, Mindestquote 1,05. Das Haus mit der klarsten Gratiswette ohne Umsatzauflage auf den Gewinn war bet-at-home, mit einer Frist, die für Spontane entschieden zu kurz war — wer bei ihrem Ablauf nicht dabei war, braucht sich darüber nicht zu ärgern. Das Haus mit dem anspruchsvollsten Umsatz ist Tipwin, und wer dort anfängt, sollte sich in Ruhe entscheiden, ob 1.400 € Umsatz dem Angebot entsprechen.

Ein Wort ist im ganzen Text nicht aufgetaucht: „risikofrei“. Es gibt kein risikofreies Angebot, weil jede Wette eine Marge enthält und jede Auflage eine Bedingung, und ein Angebot ohne Einzahlung ist kein Angebot ohne Kosten. Es verschiebt nur, wer sie trägt. Wer sich das vor Augen hält, kann ein Bonusangebot als das lesen, was es ist: ein Rabatt auf eine Wette, mit einem Kleingedruckten, das man vorher liest.

Häufige Fragen

Gibt es bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis einen Sportwetten-Bonus ganz ohne Einzahlung?

Bei keinem der zehn lizenzierten Anbieter in diesem Vergleich entsteht ein Bonus unabhängig von einer Einzahlung. Wettstar schreibt nach der Anmeldung 20 € gut, die aber umsatzgebunden sind. Bet365 gibt Wett-Credits erst nach Abrechnung von Wetten im Wert der Einzahlung frei. Alle Angebote bestehen aus Gratiswetten, die eigene Einsätze in ihre Bedingungen einbeziehen.

Worin unterscheiden sich Gratiswette und Bonusgeld, und wird der Einsatz einer Freebet mit dem Gewinn ausgezahlt?

Eine Gratiswette ist Guthaben für einen Wettschein, dessen Einsatz bei einem Gewinn nicht mit ausgezahlt wird. So handhaben es Bet365 bei den Wett-Credits und MERKUR BETS bei der Freebet aus dem Club: der Gewinn wird abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt. Bonusgeld ist dagegen Guthaben, das erst nach erfüllten Umsatzbedingungen auszahlbar wird.

Welche Umsatzbedingungen und Mindestquoten gelten für Gewinne aus Gratiswetten?

Der Aufwand hängt am Anbieter, und die Spanne ist weit. Tipwin verlangt für Einzahlung und Bonus zusammen mindestens sieben Einsätze, je Wettschein höchstens 100 € und nur ab Quote 1,80; Winamax verlangt für die Freebets keinen Umsatz, für die Einzahlung eine einmalige Umsetzung ab Quote 1,05. Bei der 10-€-Gratiswette von bet-at-home unterlagen Gewinne keinen Umsatzbedingungen.

Wie lässt sich prüfen, ob ein Anbieter von Gratiswetten auf der GGL-Whitelist steht?

Die Liste der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder führt nicht den Markennamen, sondern den Inhaber der Erlaubnis und die Domain, für die sie gilt. Für Betano steht dort die Betkick Sportsbetting Limited in San Giljan, Malta, für Bet-at-home die Bet-at-home.com Internet Limited. Nur die eingetragene Domain darf Sportwetten annehmen.

Was bedeutet es, wenn ein Bonusangebot ohne Anbindung an OASIS und LUGAS beworben wird?

Ein solches Angebot stammt von einem Veranstalter ohne deutsche Erlaubnis. Er prüft weder das bundesweite Sperrsystem OASIS noch die LUGAS-Limitdatei, die das Standardlimit von 1.000 € im Monat über alle Anbieter durchsetzt. Die Sportwettensteuer entfällt deshalb nicht: sie trifft auch unlizenzierte Anbieter.

Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf Auszahlung und Quote bei Bonuswetten aus?

Die Steuer bemisst sich nach §§ 17, 18 RennwLottG aus dem Einsatz, der um die Steuer selbst gemindert ist — umgerechnet rund 5,03 % des eingezahlten Betrags, geschuldet vom Veranstalter. Ob und wie er sie weitergibt, steht in seinen eigenen Bedingungen. Der Gewinn wird dadurch nicht besteuert; der Quotenschlüssel des Marktes trägt die Steuer.

Inhalt erstellt vom Team «Kleine Einzahlung»