Online auf den Super Bowl wetten — was der Schein wirklich kostet
Deutschland hat eine Whitelist, und sie entscheidet, wer Geld auf das Finale der NFL annehmen darf. Alles andere ist Werbung.

Stand: 30. Oktober 2026; die Erlaubnisangaben wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen.
Wie eine Super-Bowl-Wette aus Deutschland abläuft
Der Super Bowl ist für die meisten Spielenden in Deutschland kein Spiel, sondern ein Sonntagabend im Februar mit Freunden, Chips und einem Wettschein. Genau dort beginnt die Rechnung. Wer online auf dieses Endspiel setzen will, trifft eine Entscheidung über den Anbieter, über die Wettart und über den Einsatz — und in jeder dieser Entscheidungen sitzt ein Kostenblock, den die Werbung nicht nennt.

Zuerst die harte Zeitansage: Das Endspiel der Saison 2025/26 ist gespielt. Der Super Bowl LX fand am 8. Februar 2026 im Levi’s Stadium in Santa Clara, Kalifornien statt, die Seattle Seahawks gewannen 29:13 gegen die New England Patriots. Für dieses Ergebnis nimmt kein Veranstalter mehr Wetten an. Die nächste Ausgabe steht dagegen schon fest: Der Super Bowl LXI ist für den 14. Februar 2027 im SoFi Stadium in Inglewood, Kalifornien angesetzt. Wer jetzt sucht, sucht einen Anbieter für dieses Datum — und der Markt dafür öffnet erst mit den Play-offs richtig.
Der Spielplan führt über die reguläre Saison und die Play-offs zum Finale; Austragungsort und Termin des Endspiels stehen dagegen früh fest. Daraus entsteht eine Falle. Weil Termin und Ort lange bekannt sind, existieren Monate vorher Seiten mit „Tipps“ und „Quoten“ für ein Spiel, dessen Teilnehmer noch niemand kennt. Ein Wettprogramm kann zu diesem Zeitpunkt nur eine Frage stellen — welches Team. Das ist keine Information, sondern eine Wette auf einen Münzwurf mit Quote.
Was in jede Quote eingerechnet ist
Wer eine Quote sieht, sieht einen Preis und eine Marge gleichzeitig. Beide entstehen aus denselben Ziffern, und genau das macht die Marge fast unsichtbar.
Ein Beispiel, das für jede Zwei-Weg-Wette gilt und hier nur als Rechnung dient: Stehen auf beiden Seiten 1,90, addiert der Veranstalter 1/1,90 + 1/1,90 ≈ 0,5263 + 0,5263 = 1,0526. Der Quotenschlüssel, also der Anteil, den dieser Markt insgesamt zurückzahlt, liegt damit bei 1 ÷ 1,0526 ≈ 0,95, die Marge bei rund 5 %. Die Summe der Kehrwerte ist also nicht der Quotenschlüssel, sondern sein Kehrwert. Auf Ratgeberseiten wird beides täglich verwechselt.
Diese Marge erscheint auf keinem Wettschein. Sie steckt bereits im Preis. Eine Wette mit 20 € Einsatz auf eine Quote von 1,90 zahlt im Gewinnfall 38 € zurück, davon 18 € netto. Von denselben 20 € behält der Veranstalter im statistischen Mittel etwa 1 € — nicht bei jedem einzelnen Schein, sondern über viele Wetten auf diesen Markt hinweg.
Bei drei Ausgängen wird es für den Spielenden teurer. Stehen auf Heimsieg, Unentschieden und Auswärtssieg etwa 2,10 / 3,40 / 3,60, ergibt die Summe der Kehrwerte rund 0,476 + 0,294 + 0,278 ≈ 1,048. Der Quotenschlüssel liegt damit bei etwa 95,4 %, die Marge bei etwa 4,6 %. Diese Zahl gilt für dieses erfundene Drei-Weg-Beispiel und für keinen echten Markt der hier besprochenen Anbieter; die konkreten Quoten eines Anbieters zu einem konkreten Spiel liegen nur in seinem Wettprogramm.
Bemerkenswert ist der Vergleich: Die Marge im Drei-Weg-Markt fällt hier niedriger aus als im Zwei-Weg-Markt. Das ist kein Gesetz, sondern ein Effekt der Wettbewerbsdichte. Wo drei Ausgänge existieren, lässt sich weniger offensichtlich verteuern, weil sich die Summe der Kehrwerte leicht nachrechnen lässt. Bei Nebenmärkten — Halbzeitergebnis, erster Touchdown, Anzahl der Field Goals — liegt die Marge dagegen deutlich höher, weil dort kaum jemand kontrolliert. Wer auf das Finale wettet, tut sich finanziell den größten Gefallen, wenn er beim Hauptmarkt bleibt und Nebenmärkte als das behandelt, was sie sind: teure Unterhaltung.
Einen belegten Quotenvergleich gibt es nur bei einem Anbieter dieser Runde. Winamax bewirbt sich mit „0% Wettsteuer und die besten Quoten“, gestützt auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball vom 1. April 2025 bis 30. August 2025, nach der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. Das ist ein belegter Spitzenplatz in drei Sportarten — American Football und der Super Bowl sind in dieser Stichprobe nicht enthalten.
Wie Sie den Preis prüfen, bevor Sie setzen
Die praktische Reihenfolge ist einfach und wird selten erklärt. Erst denselben Markt bei mehreren Anbietern öffnen, dann nicht die Quote selbst vergleichen, sondern die Summe der Kehrwerte aller Ausgänge dieses Marktes. Diese Summe ist der eigentliche Preis. Sie liegt bei 1,05 und der Markt zahlt rund 95 % zurück; sie liegt bei 1,12, sind es nur rund 89 %. Der Unterschied zwischen zwei Anbietern ist an einem Spielabend meist größer als der zwischen zwei Tipps.
Dann der zweite Blick auf die Art der Wette. Eine Kombiwette multipliziert die Quoten ihrer Beine: Zwei Beine zu 1,90 ergeben 1,90 × 1,90 = 3,61. Mit den Quoten multipliziert sich aber auch die Marge jedes einzelnen Beins. Ein Schein mit vier Beinen vervierfacht nicht die Chance, sondern die Zahl der Wahrscheinlichkeiten, die zugleich eintreten müssen.
Und die dritte Prüfung: Wann wird ausgezahlt? Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Wer in der Nacht des Endspiels auf eine Gutschrift wartet, bevor der Schein offiziell abgerechnet ist, wartet vergeblich. Das ist keine Schikane, sondern der Grund, warum Live-Wetten und Cash Out in eine eigene Logik führen, die im Abschnitt zum Wettprogramm steht.
Diese Rechnung gilt für die Quote, die im Wettprogramm steht — für das Endspiel am 14. Februar 2027 im SoFi Stadium. Bis dahin ist es weit, deshalb steht hier keine Quote für dieses Spiel. Was hier steht, ist die Rechnung, die auf jede Super-Bowl-Quote anzuwenden ist, und die Marge, die in jeder von ihnen steckt.
Rechtslage: Wer in Deutschland überhaupt auf den Super Bowl wetten darf
Die Rechtslage kennt eine einzige Frage, und sie ist nicht verhandelbar: Steht der Anbieter auf der Whitelist? Alles andere — die Werbung, die Quote, die schöne Oberfläche — ist zweitrangig.

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale) ist die Aufsichtsbehörde unter dem Glücksspielstaatsvertrag 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021. Sie erteilt die bundesweite Erlaubnis zur Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet und überwacht deren Einhaltung. Die offizielle Whitelist ist der einzige Prüfstein für eine Erlaubnis. Der hier verwendete Stand der Liste vom 2. Oktober 2026 führt 30 Einträge: 27 Halter mit einer Erlaubnis für Sportwetten, zwei davon zusätzlich für Pferdewetten, und drei Halter ausschließlich für Pferdewetten.
Zwei Regeln werden dabei ständig verwechselt. Erstens beweist eine .de-Domain gar nichts. Jede auf der Whitelist eingetragene Domain ist eine .de-Domain, aber daraus folgt nicht, dass jede .de-Domain erlaubt ist — die Umkehrung gilt schlicht nicht. Zweitens nimmt nur die unter der Sportwetten-Erlaubnis eingetragene Domain Sportwetten an. Slot-, Poker- oder Casino-Erlaubnisse desselben Halters sind andere Erlaubnisse mit anderen Regeln. Wer sich als zugelassener Sportwettveranstalter beschreibt, sitzt nicht automatisch auf einer Sportwetten-Erlaubnis.
Die Behörde begnügt sich nicht mit einer Liste. Sie hat am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt und dabei ein nicht gelistetes Casino namentlich als Beispiel genannt. Wer das als Formsache liest, verkennt den Ton.
Was eine ausländische Lizenz in Deutschland wert ist
Der entscheidende Satz lautet: Wer ohne deutsche Erlaubnis Sportwetten an Menschen in Deutschland vermittelt, veranstaltet unerlaubtes Glücksspiel. Eine Lizenz aus Curaçao, aus Anjouan oder aus Malta hat hier keine Bedeutung. Das ist keine Auslegungsfrage, sondern die Grundlage, auf der die Whitelist existiert.
Für den Leser ist das mehr als eine Formalie. Eine Genehmigung im Ausland löst kein einziges der Schutzversprechen ein, die im deutschen Recht an eine Erlaubnis geknüpft sind. Auf einer nicht erlaubten Seite gibt es keinen Zugang zu OASIS, dem bundesweiten Sperrsystem, keine Anbindung an die Limitdatei, kein deutsches Beschwerdeverfahren. Ein Hinweis am Seitenende auf eine Lizenz irgendwo auf der Welt ersetzt nichts davon.
Zum Strafrecht der Vollständigkeit halber, ohne Drama: Das Veranstalten ohne Erlaubnis ist mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe bewehrt, die Werbung dafür bis zu einem Jahr, die Teilnahme bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Verfolgungen einzelner Spielender sind nicht belegt — daraus folgt aber weder ein Freibrief noch ein Grund, die Sache größer zu machen, als sie ist.
Unbequemer ist die zivilrechtliche Schiene. Mehrere Zivilgerichte haben Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze verurteilt, und diese Frage ging vom Bundesgerichtshof zum Europäischen Gerichtshof. Der BGH legte dem EuGH am 25. Juli 2024 die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; in dem Verfahren fordert ein Kläger von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des EuGH hielt es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 für grundsätzlich möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Wer darin eine Rückzahlungsgarantie für alte Wettscheine hört, hört sie von jemandem, der sie nicht geben kann. Es ist ein laufendes Verfahren mit offenem Ausgang.
Was die Whitelist kostet und was sie einbringt
Auf der Habenseite steht Rechtssicherheit. Auf der Sollseite steht, was niemand bewirbt: die 1.000 € Standardgrenze beim Einzahlungslimit, ein deutlich eingeschränktes Live-Wetten-Angebot, die vollständige Identitätsprüfung vor der ersten Auszahlung und die Zahlung nur vom eigenen Konto. Ein ausländisches Angebot ohne Erlaubnis kann höhere Limits bieten — es bietet dann aber keinen Zugang zum Sperrsystem, keine Limitdatei und keinen deutschen Rechtsschutz. Der Tausch ist unausgeglichen: Was man gewinnt, ist ein Limit; was man verliert, ist der Weg, auf dem man im Streitfall jemanden erreicht.
Spielerschutz: Was die Regeln einem Großereignis entgegenstellen
Ein Finale im Februar ist aus Sicht der Spielerschutzregeln kein Ereignis, sondern ein Monat wie jeder andere. Das ist der Kern: Die Grenzen gelten auch dann, wenn die Werbung vom größten Spiel des Jahres spricht.
Die Teilnahme ist ab 18 Jahren erlaubt. Vorgeschrieben sind ein Konto pro Anbieter mit vollständiger Verifizierung; vor abgeschlossener Prüfung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spiel erlauben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen.
Das wichtigste Instrument gegen den Februar ist das Einzahlungslimit von standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat — und zwar über alle Anbieter hinweg, durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Das Wort anbieterübergreifend trägt hier die ganze Last. Wer glaubt, drei Konten bedeuteten drei Limits, verwechselt Anbieterseiten mit Rechtslage. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, darf einem einzelnen Spielenden ein höheres Limit setzen, bis zu 10.000 € beziehungsweise 10.000 € bis 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spielenden — aber nur auf nachweisbaren Beleg der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Ein Absenken wirkt sofort, ein Anheben erst nach sieben Tagen.
Dazu kommt das Verbot des parallelen Spielens nach § 6h GlüStV, überwacht über die Aktivitätsdatei, und das Sperrsystem OASIS nach §§ 8, 8a GlüStV, das bei Anmeldung und Login abgefragt wird. Wer sich selbst sperrt und dabei einen Zeitraum nennt, ist mindestens drei Monate gesperrt, ohne Angabe mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 GlüStV löst eine sofortige 24-stündige Sperre aus. Diese Mechanismen sind der Grund, warum Hilfe nicht erst bei der großen Krise beginnt: Der Knopf ist dafür da, gedrückt zu werden, bevor der Wettschein es bereut.
Wo Menschen Unterstützung bei problematischem Spielverhalten brauchen, ist das eine Frage an eine Beratungsstelle und nicht an eine Quotentabelle. Diese Regeln versprechen niemandem etwas — sie legen fest, wo Grenzen liegen und wer sie kontrolliert.
Prognose und Strategie: Wie ein Tipp entsteht — und warum er keine Gewissheit ist
Der ehrlichste Satz über Super-Bowl-Tipps steht in keiner Überschrift: Niemand weiß, wer gewinnt. Was sich seriös tun lässt, ist eine Einschätzung zu bilden und ihre Grenzen zu kennen.
Eine Prognose entsteht aus wenigen Bausteinen. Form und Spielstil der beiden Mannschaften gehören dazu, die Aufstellung und der Ausfall von Spielern, der Weg durch die Play-offs und der Austragungsort. Beim Super Bowl kommt ein Faktor hinzu, den es im Rest der Saison nicht gibt: die lange Pause zwischen dem Spiel um die Conference-Meisterschaft und dem Endspiel. Sie verschiebt das Verhältnis von aktueller Form zu Trainingszeit, und sie ist der Grund, warum eine Formkurve aus dem Januar im Februar nur begrenzt aussagekräftig bleibt.
Aus diesen Bausteinen folgt keine Quote. Der Markt spiegelt am Ende die Einschätzungen tausender Marktteilnehmer und eine Marge. Wer einen falschen Preis zu sehen glaubt, sieht in Wahrheit fast immer nur einen teuren Preis für eine Nebenwette. Die hilfreichere Übung für ein Finale lautet deshalb nicht „Was ist mein Tipp?“, sondern „In wie vielen Märkten kann ich den Preis überhaupt einschätzen?“ Wer eine Mannschaft acht Wochen lang nicht gesehen hat, sollte Märkte spielen, die diese Zeit überdauern, statt den ersten Touchdown.
Historische Größenordnungen rücken jede Mannschaftserzählung zurecht. Die New England Patriots und die Pittsburgh Steelers haben je sechs Super Bowls gewonnen, die San Francisco 49ers und die Dallas Cowboys je fünf. Tom Brady gewann als Spieler sieben Super Bowls; Bill Belichick kommt mit acht Siegen auf die meisten Super-Bowl-Siege einer Einzelperson. Das sind Serien über Jahrzehnte mit wechselnden Kader. Eine einzelne Saison hat mit dieser Historie wenig zu tun — und ein Tipp, der sich auf „die waren früher gut“ stützt, ist Folklore, keine Analyse.
Ein Detail, das die Struktur des Spiels erklärt und selten erzählt wird: Der Super Bowl wird traditionell am zweiten Sonntag im Februar ausgetragen, und der Super Bowl LI im Jahr 2017 war der erste, der in die Verlängerung ging — die New England Patriots gewannen 34:28 gegen die Atlanta Falcons. Ein Endspiel kann also länger dauern als geplant. Für Wetten ist das wichtiger, als es aussieht, weil es die Frage berührt, wie ein Markt abgerechnet wird.
Wann aus einem Tipp ein teurer Schein wird
Eine Regel macht aus einer guten Einschätzung einen schlechten Wettschein: die Aufholjagd. Wer einen Tipp gegen die Quote streckt, ihn als Kombiwette mit mehreren Nebenaspekten verbindet oder ihn im laufenden Spiel neu kauft, verdoppelt nicht die Chance, sondern nur den Preis. Bei Kombiwetten multiplizieren sich die Quoten aller Beine genauso wie die Margen aller Beine. Bei Live-Wetten kommt die eingeschränkte Marktauswahl der lizenzierten Anbieter hinzu, und beide Effekte addieren sich zu einer Kostenstruktur, die keine Prognose rechtfertigt.
Was eine Prognose leisten kann, ist die Vorbereitung. Den Hauptmarkt wählen, die Summe der Kehrwerte vergleichen, den Einsatz vorher festlegen und vorher festlegen, was mit einem Gewinn geschieht. Nach der Wette noch eine nachzulegen ist keine Strategie, sondern eine Erhöhung des Einsatzes, zu der die Marge bereits eingeladen hat.
Wettarten und Quoten: Was eine Super-Bowl-Wette kostet und was sie zahlt
Die Auswahl an Wettarten für ein Finale sieht größer aus, als sie ist. Hinter jedem Markt steht dieselbe Rechnung — und dieselbe Marge.
Die gängige Einteilung kennt Sieger-Wetten auf den Ausgang des Spiels, Handicap-Wetten mit Punktvorgabe und Über-Unter-Wetten auf die Summe der erzielten Punkte. Dazu kommen Nebenmärkte auf einzelne Spielabschnitte und auf Ereignisse im Spiel. Aus Quote und Einsatz ergibt sich die mögliche Auszahlung, und das ist die einzige Ziffer, die ein Wettschein vor dem Anpfiff wirklich kennt.
Ein Rechenbeispiel mit einer erfundenen Quote, damit nichts daraus zu einer echten Preisangabe wird: Bei 20 € Einsatz auf eine Quote von 2,10 beträgt die Auszahlung 20 € × 2,10 = 42 €, der Nettogewinn 20 € × (2,10 − 1) = 22 €. Das gilt, wenn der Schein gewinnt.
Der wichtigste Satz zu Quoten lautet: Die Auszahlung sagt nichts über die Wahrscheinlichkeit. Eine Quote von 2,10 ist eine Preisangabe, keine Einschätzung, und sie verschiebt sich bis zum Anpfiff. Deshalb steht jede Ziffer, die man im Februar liest, unter einem Vorbehalt, den sie selbst nicht ausweist.
Bei den erlaubten Wettarten lohnt der Blick in die Bedingungen statt in die großen Zahlen. Erlaubt sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon und auf Ereignisse innerhalb eines Ereignisses, als Einzel- oder Kombiwetten, und nur die Wettarten, die im Sportwettprogramm zugelassen sind. Fest heißt: Die Quote steht beim Abschluss der Wette und bleibt Grundlage der Abrechnung. Innerhalb dieser Klammer gestaltet ein Anbieter sein Programm; die erlaubten Arten sind nicht seine Wahl.
Ein letzter Kostenposten wird gern vergessen: die Abrechnung selbst. Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Wer auf den Sieger setzt und während des Spiels gutgeschrieben bekommen will, verwechselt die Wette mit der Live-Wette — und die beiden haben unterschiedliche Preise.
Gerade beim Endspiel gilt eine Eigenheit, die die Struktur der Märkte prägt: Es gibt nur ein Spiel. An einem Sonntag im Februar richtet sich der gesamte deutsche Markt auf eine einzige Partie, und deshalb bewegen sich die Quoten bis zum Anpfiff stärker als an einem gewöhnlichen Spieltag mit sechzehn Begegnungen. Wer früh setzt, setzt auf einen Preis, der sich noch ändern wird — ein Nachteil für den, der sicher ist, und ein Vorteil nur für den, der sich geirrt hat.
Sport und Turnier: Ablauf, Ort und die Wetten drumherum
Wer den Super Bowl als Wettanlass nimmt, sollte den Weg zum Finale kennen. Er erklärt, warum sich das Wettangebot über Monate verschiebt.
Der Super Bowl wird seit 1967 ausgespielt. Das erste Spiel hieß AFL-NFL World Championship Game und wurde später als Super Bowl I gezählt; der Name „Super Bowl“ wurde 1969 offiziell. Damit ist die Veranstaltung älter als die meisten Wetten, die auf sie angeboten werden. Für Super Bowl LXI ist das SoFi Stadium in Inglewood, Kalifornien, für den 14. Februar 2027 angesetzt; das Endspiel der Vorsaison, Super Bowl LX, fand am 8. Februar 2026 im Levi’s Stadium in Santa Clara statt.
Jedes Endspiel trägt einen eigenen Zahlenkranz mit sich. Beim Super Bowl LX waren 70.823 Zuschauer im Stadion, den Halbzeit-Auftritt bestritt Bad Bunny, in Deutschland übertrugen RTL und DAZN, und ein 30-Sekunden-Werbespot kostete 10 Millionen US-Dollar. Zum wertvollsten Spieler des Super Bowl LX wurde Kenneth Walker III gewählt, der 135 Rushing-Yards bei 27 Läufen erzielte; Kicker Jason Myers verwandelte mit fünf Field Goals einen Super-Bowl-Rekord. Ein solches Medienereignis erklärt das Kostenproblem des Wettenden besser als jede Werbeanzeige: Die Aufmerksamkeit auf das Ereignis ist größer als die Information über das Spiel.
Wie groß der Sonderfall daneben ausfallen kann, zeigt der Super Bowl LI. Die Verlängerung von 2017 zwischen den Patriots und den Falcons ist der Grund, warum die Frage nach der Verlängerung in keinem Bedingungstext eines Super-Bowl-Marktes fehlen darf. Wer einen Markt spielt, von dem er nicht weiß, ob er die Verlängerung einschließt, spielt einen anderen Markt als angenommen.
Bei den kuriosen Wetten — Halbzeit-Auftritt, Nationalhymne, Exoten am Spielfeldrand — ist die Antwort auf die Frage nach dem Wert unspektakulär. Es sind meist Nebenmärkte mit schwacher Kontrolle und damit überdurchschnittlich teuer. Kein Bedingungstext schützt davor, einen Preis für Unterhaltung zu bezahlen. Wer sie spielt, spielt sie als Unterhaltung.
Vergleich zugelassener Anbieter im Überblick
Zehn Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis stehen hier nebeneinander. Vorweg der Maßstab: Wer auf der Whitelist steht, darf überhaupt Sportwetten im Internet anbieten — das ist eine Zulassung, keine Empfehlung. Auffällig bei dieser Runde ist die gleichförmige Struktur: Fast alle Veranstalter-Gesellschaften sitzen in Malta, und die Spanne der Erlaubnisdaten reicht von 2020 bis 2026. Das ist kein Zufall, sondern Ausdruck der Zulassungsstruktur.
Die Tabelle prüft die Erlaubnis, nicht den Preis.
| Anbieter | Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| Tiptorro | erlaubt — Torro Tec Limited, Malta | 30.06.2021, Folgeerlaubnis 27.12.2022 |
| bwin | erlaubt — bwin (Deutschland) Limited, Gzira, Malta | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 23.12.2022 |
| LeoVegas | erlaubt — LVSports Limited | 21.10.2024 |
| Bet3000 | erlaubt — I.B.C. Sportsbetting Limited, Sliema, Malta | 22.04.2026 |
| AdmiralBet | erlaubt — Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnisse 13.12.2022 und 29.07.2024 |
| ODDSET | erlaubt — Oddset Sportwetten GmbH | 18.11.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022 |
| 888sport | erlaubt — 888 Germany Limited | 30.06.2021, Folgeerlaubnis 15.12.2022 |
| bet-at-home | erlaubt — Bet-at-home.com Internet Limited | 02.11.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022 |
| VBet | erlaubt — SCGO Limited, St. Julian’s, Malta | 05.12.2023 |
| Winamax | erlaubt — WINAMAX (Société anonyme) | 29.06.2021, Folgeerlaubnis 08.12.2022 |
Ein Erlaubnisdatum ist keine Qualitätsaussage. Ein älterer Eintrag bedeutet nicht bessere Quoten, ein jüngerer nicht weniger Erfahrung — er bedeutet, dass eine Prüfung zu einem anderen Zeitpunkt nach denselben Kriterien abgeschlossen wurde. Was die Spalte trotzdem verrät, ist der Rhythmus des Marktes: Die meisten Erstaubnisse fallen in die Jahre 2020 und 2021, mit Folgeerlaubnissen Ende 2022. Ein sehr frischer Eintrag wie der von Bet3000 ist die Ausnahme, ein sehr alter wie der von AdmiralBet nicht. Die Whitelist führt nur Erteilungsdaten, nie ein Enddatum.
Der zweite prüfbare Punkt ist der Firmensitz, und er zerfällt in zwei Muster. Das erste ist die maltesische Veranstalter-Gesellschaft: Tiptorro, bwin, AdmiralBet, VBet und Winamax werden über Gesellschaften mit Sitz in Malta geführt, Bet3000 über eine Gesellschaft in Sliema, 888sport über eine deutsche Gesellschaft innerhalb einer Gruppe mit Holding in Gibraltar. Das zweite Muster ist die deutsche Anbieterlinie: Die Oddset Sportwetten GmbH bekam vom Regierungspräsidium Darmstadt mit Bescheid vom 15. Dezember 2022 die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb; Aufsichtsbehörde ist die GGL. Zwei verschiedene Rechtswege mit demselben Ergebnis für den Wettschein — und derselben Grenze von 1.000 € im Monat.
Was der Vergleich nicht beantwortet
Die Übersicht klärt, wer darf, und lässt die interessantere Frage offen: zu welchem Preis. Quotenniveau und Marktbreite der einzelnen Anbieter für die NFL stehen hier nicht, weil sie sich ohne ein konkretes Spiel nicht sauber fixieren lassen. Wer das Endspiel im Februar spielen will, findet die Preise ab dem Zeitpunkt, an dem die Wettprogramme den Markt öffnen. Eine Zahl, die sich bis zum Anpfiff ändert, gehört auf den Wettschein und nicht in eine Vergleichstabelle.
Der zweite Vorbehalt betrifft die Bedingungen. Mindestquoten, Umsatzbedingungen und Bonusgrenzen stehen in den eigenen Bedingungen jedes Anbieters; kein Gesetz legt sie fest. Der Vergleich der Erlaubnis ist deshalb nur der Anfang. Nach der Zulassung beginnt das Lesen.
Die zehn Anbieter im Einzelnen
Zehn Erlaubnisse, zehn Firmengeschichten — und zehn Mal die Frage, was davon für einen Super-Bowl-Schein in Deutschland zählt.
Tiptorro: sparsame Selbstdarstellung, frühe Erlaubnis
Tiptorro ist der Anbieter mit der knappsten Außendarstellung in dieser Runde. Die Torro Tec Limited mit Sitz in Malta hält die Sportwetten-Erlaubnis; sie läuft seit dem 30. Juni 2021, eine Folgeerlaubnis wurde am 27. Dezember 2022 erteilt. Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited angeboten, die sich selbst als behördlich zugelassenen Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder beschreibt.
Diese Selbstbeschreibung deckt sich mit dem Whitelist-Eintrag, was mehr ist, als sich über manche Marketingzeile sagen lässt. Für den einzelnen Schein auf das Finale ändert die kurze Firmengeschichte an der Rechtsstellung nichts: Die Erlaubnis gilt, und damit gilt der Schutzrahmen, der im Abschnitt zum Spielerschutz beschrieben ist. Wer das Endspiel über Tiptorro spielt, spielt unter deutschem Recht — was der Anbieter an Quoten und Bedingungen daraus macht, steht auf seinem Wettschein.
bwin: die bekannteste Marke, kein Quotenversprechen
bwin ist der bekannteste Name der Runde. Die Whitelist führt für dieses Angebot die bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta; die Erstaubnis liegt dort seit dem 9. Oktober 2020, eine Folgeerlaubnis datiert vom 23. Dezember 2022.
Wer eine Marke mit langer Fernsehpräsenz wählt, wählt Bekanntheit — nicht automatisch einen besseren Preis. Der reale Vorteil eines großen Anbieters liegt woanders: in der Tiefe des Wettprogramms rund um ein einzelnes Spiel. Wer Nebenmärkte spielen will, findet bei einem breit aufgestellten Anbieter mehr davon. Der Haken ist derselbe Markt. Ein breites Programm ist kein Preisversprechen, und die Marge auf Nebenmärkten liegt typischerweise höher als auf dem Hauptmarkt. Bekanntheit schützt vor keiner Marge.
LeoVegas: zwei Erlaubnisse, zwei Rechtsrahmen
Die LVSports Limited wird auf der Whitelist für dieses Angebot geführt, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21. Oktober 2024 — dazu eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 27. Februar 2023.
Diese Trennung ist der Punkt, an dem viele Anbieterdarstellungen unscharf werden. Die casino-nahe Erlaubnis ist nicht die sportliche, und für einen Super-Bowl-Schein zählt allein die sportliche mit ihrem Datum. LeoVegas ist damit der Anbieter mit der jüngsten Sportwetten-Zulassung im Feld, was weder Mangel noch Vorteil ist, aber erklärt, warum sich die NFL-Marktbreite hier noch entwickelt. Ein kurzer Erlaubniszeitraum sagt außerdem nichts über die Auszahlungsdisziplin nach einem großen Ergebnis — genau das ist die Frage, die in der Nacht des Endspiels zählt.
Bet3000: der jüngste Whitelist-Eintrag
Für dieses Angebot führt die Liste die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta, und verzeichnet die Erstaubnis mit dem Erstdatum 22. April 2026. Das ist der jüngste Eintrag der Runde.
Wer im Herbst 2026 einen Anbieter wählt, dessen Erlaubnis ein halbes Jahr alt ist, wählt einen Newcomer im regulierten Betrieb. Das kann zu frischer Werbebereitschaft führen und zu wenig Routine mit einer großen Nutzerbasis am wichtigsten Spielabend des Jahres. Für den Wettschein selbst ist das nachrangig; für die Frage, wie eine Plattform unter Last arbeitet, nicht.
AdmiralBet: gestaffelte Erlaubnisse, zwei Produktwelten
AdmiralBet blickt auf eine der längeren Erlaubnishistorien zurück. Auf der Liste ist die Greentube Betting Malta Limited als Betreiberin geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 sowie Folgeerlaubnissen vom 13. Dezember 2022 und 29. Juli 2024; für virtuelle Automatenspiele besteht eine Erlaubnis seit dem 28. September 2022.
Die Staffelung aus Erst- und zwei Folgeerlaubnissen ist ein Datenpunkt, kein Qualitätsmerkmal. Sichtbar wird daran, dass sich eine Erlaubnis in Intervallen erneuert. Was ein Super-Bowl-Wetter wirklich braucht, ist ein Programm mit dem Hauptmarkt und ein Bewusstsein dafür, dass sich Marge und Auswahl zwischen den Anbietern am Ende kaum unterscheiden. Ein Kalendervorteil verschwindet unter der Marge.
ODDSET: deutsche Erlaubnis mit stationärer Komponente
Die Oddset Sportwetten GmbH erhielt vom Regierungspräsidium Darmstadt mit Bescheid vom 15. Dezember 2022 die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb. Die Aufsicht liegt bei der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder in Halle (Saale).
Der Weg über eine Landesbehörde statt über eine maltesische Veranstalter-Gesellschaft ist der sichtbarste strukturelle Unterschied im Feld. Für den Vergleich bedeutet er, dass ODDSET keine reine Internetadresse ist, sondern eine Erlaubnis mit stationärer Komponente trägt — was die Marke für Spielende interessant macht, die schon vor dem Online-Zeitalter mit dem Namen vertraut waren. Ein Vorteil ist das nicht, eine gewachsene Vertrautheit schon.
888sport: Konzernhaftung mit Börsennotierung
888sport hat in dieser Liste die auffälligste Konzernvergangenheit. Die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar ist die Holdinggesellschaft der 888-Gruppe, zu der 888sport gehört; die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert. Für das deutsche Angebot führt die Whitelist die 888 Germany Limited, mit Erstaubnis vom 30. Juni 2021 und Folgeerlaubnis vom 15. Dezember 2022.
Eine börsennotierte Mutter bedeutet Publizitätspflichten, und eine Notierung in London bedeutet eine Rechtsordnung, die solche Zahlen von Dritten prüfen lässt. Das ist für einen Wettenden kein Preisvorteil, aber ein Datenpunkt: Wer über ein Unternehmen mit dieser Berichtspflicht spielt, spielt bei einem Anbieter, dessen Zahlenwelt regelmäßig kontrolliert wird. Ob das die eigene Quote verbessert, steht auf einem anderen Blatt.
bet-at-home: zwei Erlaubnisse, klar getrennte Produkte
Für dieses Angebot ist die Bet-at-home.com Internet Limited auf der Liste geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 2. November 2020, einer Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022 und einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28. Dezember 2022.
Zwei Erlaubnisse bleiben zwei Rechtsrahmen. Wer auf Sportwetten schaut, liest nur die sportliche Linie; die virtuelle Erlaubnis gehört zu einem anderen Produkt mit eigenen Regeln. Bei zwei Anbietern mit ähnlichem Erlaubnisstand liegt der Unterschied deshalb weniger in der Zulassung als in den eigenen Bedingungen: Mindestquoten, Umsatzbedingungen und Einsatzgrenzen sind keine gesetzlichen Größen. Wer zwei Anbieter vergleicht, vergleicht an diesem Punkt nicht Erlaubnisse, sondern Vertragstexte.
VBet: junge Erlaubnis, Zahlungswege vorher prüfen
VBet taucht mit einem der kürzesten Erlaubniszeiträume im Feld auf. Die SCGO Limited ist als Veranstalterin der Sportwetten geführt, mit Sitz im Luxe Pavilion in St. Julian’s, Malta; die Sportwetten-Erlaubnis ist seit dem 5. Dezember 2023 verzeichnet.
Wer VBet auswählt, wählt eine noch junge regulierte Adresse. Für den Schein selbst ist das gleichgültig — Erlaubnis ist Erlaubnis. Der kurze Zeitraum rückt aber eine andere Frage nach vorn: die des Zahlungswegs. Bei einem Anbieter, der erst seit knapp drei Jahren unter deutscher Aufsicht steht, lohnt es sich, die Ein- und Auszahlungswege samt Bearbeitungszeiten vor dem Anpfiff zu prüfen und nicht erst nach einem großen Ergebnis.
Winamax: der einzige mit belegtem Quotenversprechen
Winamax ist der einzige Anbieter dieser Runde, der sich mit einem belegten Quotenversprechen zeigt. Der Anbieter bewirbt „0% Wettsteuer und die besten Quoten“ und stützt sich auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball vom 1. April 2025 bis zum 30. August 2025, nach der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. Die Whitelist führt die WINAMAX (Société anonyme), mit Erstaubnis seit dem 29. Juni 2021 und Folgeerlaubnis vom 8. Dezember 2022.
Was die Angabe ist: ein Spitzenplatz in drei Sportarten über fünf Monate. Was sie nicht ist: ein Beweis für die besten Quoten auf den Super Bowl. Für einen Leser mit Fokus auf Kosten bleibt sie trotzdem nützlich, weil ein Anbieter, der sich in einer Studie an der Spitze sieht, sich bei einem einzelnen Finale kaum das Gegenteil leisten kann. Der Unterschied zwischen zwei Anbietern an einem Spielabend wird am Ende mehr von der Marge als von der Quote bestimmt.
Was Gratiswette, Bonus und Umsatzbedingung wirklich verlangen
In der Super-Bowl-Woche findet jeder ein Angebot. Was fehlt, ist die Rechnung, die der Werbesatz absichtlich weglässt.
Beginnen wir mit dem Satz, bei dem der Wettschein leer bleibt: „risikofrei“. Eine Wette, deren Einsatz bei Verlust als Gratiswette erstattet wird, bringt nicht den Einsatz zurück, sondern einen Gutschein — ein anderes Produkt, das erst zur Wette wird, wenn man es erneut einsetzt. Sein Wert liegt unter dem Nennwert, weil der eigene Einsatz bei einem Gewinn nicht mit ausgezahlt wird. Wer das nicht weiß, hält einen Verlust für ein Nullsummengeschäft, obwohl er einen Einsatz verloren und einen Gutschein gewonnen hat.
Der Wert einer Gratiswette lässt sich trotzdem berechnen — und er ist kleiner, als die Zahl auf dem Banner verspricht. Für eine Gratiswette, deren Einsatz bei einem Gewinn nicht mit ausgezahlt wird, liegt der durchschnittliche Wert bei Betrag × (Quote − 1) ÷ Quote, multipliziert mit dem Quotenschlüssel des Marktes. Bei 10 € Gratiswette auf einer Quote von 2,10 in einem Markt mit rund 95 % Quotenschlüssel ergibt das 10 € × (1,10 ÷ 2,10) × 0,95 ≈ 4,98 €. Knapp die Hälfte des Nennwerts. Wer diese Zahl kennt, liest die nächste Bonuswerbung mit anderem Blick.
Beim Umsatz sieht es ähnlich aus. Ein Bonus, den man freispielen muss, verlangt eine bestimmte Summe an Wetten, und nur Wetten ab einer Mindestquote zählen dabei. Bei 100 € Bonus und einer Umsatzbedingung von 10× wären 1.000 € an Einsätzen zu platzieren, bei 10 € pro Schein also 100 Wetten. Fällt der Umsatz ausschließlich auf den Bonusbetrag an, liegt der erwartete Kostenblock auf einem Markt mit 5 % Marge bei 1.000 € × 0,05 = 50 €. Das ist eine statistische Schätzung über viele Wetten unter der genannten Annahme, kein Ergebnis eines einzelnen Scheins. Die Umsatzbedingung, nicht die Bonusansage, entscheidet, ob der Bonus etwas wert ist.
Bemerkenswert ist, dass der Gesetzgeber diesen Rahmen nicht setzt. Der Glücksspielstaatsvertrag enthält keine Vorschrift, die Höhe, Umsatzbedingungen oder Mindestquoten eines Sportwetten-Bonus festlegt oder begrenzt. Diese Werte stammen aus den Bedingungen jedes einzelnen Anbieters. Was der Rahmen sehr wohl regelt: Werbung setzt eine Erlaubnis voraus, und für Sportwetten gelten zusätzliche Einschränkungen — unter anderem dürfen keine aktiven Sportler oder Funktionäre werben und keine Werbung unmittelbar vor oder während einer Live-Übertragung des beworbenen Ereignisses laufen.
Wie man die Bedingungen liest, ist dieselbe Übung wie bei der Quote. Zuerst die Frage, worauf der Umsatz anfällt — nur auf den Bonus oder auf Bonus plus Einzahlung. Dann die Mindestquote, ab der eine Wette überhaupt zählt. Dann der Ausschluss bestimmter Märkte. Und schließlich die Frist, innerhalb derer die Gratiswette eingesetzt werden muss. Fünf Minuten Lektüre vor dem Anpfiff retten den Bonus, der sonst verfällt. In jedem einzelnen Punkt können die Bedingungen eines Anbieters anders aussehen als die seines Nachbarn, und wer den Unterschied nicht liest, zahlt ihn.
Wie die Sportwettensteuer durch die Quote wandert
Bei einer Super-Bowl-Wette in Deutschland zahlt der Wettende nicht nur eine Marge, sondern indirekt auch eine Steuer — und die Frage, wer sie trägt, wird selten sauber beantwortet.
Die Sportwettensteuer ist in den §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes geregelt. Sie beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz minus Steuer selbst“ und damit rund 5,03 % des tatsächlich eingezahlten Betrags. Geschuldet wird sie von der Veranstalterin der Wette, nicht vom Wettenden. Steuerzahler und Steuerträger fallen hier auseinander, und genau in dieser Lücke liegt der Werbesatz.
Ob und wie ein Anbieter die Steuer in seine Quoten einkalkuliert, ist seine Entscheidung und nur aus seinen eigenen Bedingungen zu beantworten. „0 % Wettsteuer“ ist deshalb eine Aussage über die Preisgestaltung eines Anbieters, nicht über eine Befreiung von einer Abgabe — die Steuer fällt in jedem Fall an, und irgendwo in der Quote sitzt sie. Wer vergleicht, sollte jedenfalls nicht den Steuersatz zweier Anbieter vergleichen, sondern die Endquote desselben Marktes.
Ein zweiter Punkt gehört dazu, weil er regelmäßig falsch dargestellt wird: Die Steuer trifft auch Anbieter ohne deutsche Erlaubnis. Eine gezahlte Steuer ist deshalb kein Nachweis einer Zulassung. Wer den Satz „wir zahlen Steuern“ als Lizenzbeweis liest, zieht den falschen Schluss aus einer wahren Angabe.
Für den konkreten Schein bleibt es einfach: Der Steuersatz ist für alle lizenzierten Anbieter derselbe, die Weitergabe ist es nicht. Der Unterschied zwischen zwei Angeboten liegt damit auch hier im Quotenschlüssel des konkreten Marktes und nicht in einem Satz, der überall gleich lautet.
Wie Sie das Endspiel vorbereiten: Ihre Prüfliste
Die Vorbereitung auf einen Wettschein im Februar besteht aus wenigen Schritten, und keiner davon kostet Geld.
Der erste Schritt findet nicht beim Anbieter statt, sondern auf der Whitelist. Wer die Erlaubnis prüfen will, sucht nicht die Marke, sondern die unter der Sportwetten-Erlaubnis eingetragene Domain und den dort genannten Halter. Kurz vor einem Großereignis tauchen regelmäßig neue Adressen auf, und der Blick auf die Liste dauert eine Minute.
Der zweite Schritt ist die Kontoeröffnung — und der Zeitpunkt ist entscheidend. Die vollständige Verifizierung muss vor der ersten Auszahlung abgeschlossen sein; vorgeschrieben ist ohnehin ein Konto pro Anbieter mit vollständiger Prüfung. Wer sich erst am Spieltag anmeldet, wird genau dann geprüft, wenn alle prüfen. Wer eine Woche vorher anfängt, hat die Formalien hinter sich, wenn der Markt öffnet.
Der dritte Schritt ist der Vergleich des Quotenschlüssels im Hauptmarkt, nicht der Quoten in den Nebenmärkten. Der vierte ist die Lektüre der Bedingungen dessen Angebots, das man wirklich nutzen will: Mindestquote, Umsatzbasis, Fristen. Der fünfte ist die Festlegung des Einsatzes vor dem Anpfiff. Und der sechste, oft übersehen: das Nachsehen der Abrechnung nach dem Ende der Verlängerung, nicht nach dem Ende der regulären Spielzeit.
Rechnen Sie mit einem Etat, nicht mit einer Hoffnung. Wer 50 € für den Spielabend einplant, plant 50 € ein und nicht „50 € und dann noch etwas“. Der Februar ist der Monat, in dem die Werbung am lautesten ist und der Markt am teuersten; wer das weiß, plant entsprechend.
FAQ: Häufige Fragen zu Super-Bowl-Wetten aus Deutschland
Wie kann man aus Deutschland legal auf den Super Bowl wetten?
Nur bei einem Anbieter, der auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder steht. Diese Liste ist der einzige verlässliche Nachweis einer Erlaubnis. Ausländische Genehmigungen begründen in Deutschland keine Zulassung; ohne deutsche Erlaubnis gilt das Angebot als unerlaubtes Glücksspiel.
Welche Anbieter der Whitelist nehmen Wetten auf American Football an?
Die Sportwetten-Erlaubnis gilt für Sportwetten und erfasst damit auch American Football. Jeder der zehn hier verglichenen Anbieter trägt eine gültige Sportwetten-Erlaubnis. Ob und wann ein Anbieter den Markt für das nächste Endspiel öffnet, steht in seinem jeweiligen Wettprogramm.
Kann man mit Kryptowährung auf den Super Bowl wetten?
Bei lizenzierten Anbietern nicht. Erlaubt sind Wetten nur über ein Zahlungskonto im eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut; anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen. Damit fallen Krypto und anonyme Prepaid-Karten im erlaubten Rahmen aus. Anbieter ohne deutsche Erlaubnis akzeptieren sie, bieten dafür aber keinen deutschen Schutz.
Welche Live-Wetten sind beim Super Bowl erlaubt?
Während eines laufenden Ereignisses sind nur Wetten auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente in Sportarten zulässig, in denen solche Ereignisse selten sind. Ein nächster Treffer kann dazugehören; einzelne Spielzüge oder jeder nächste Punkt zählen in der Regel nicht dazu. Die Live-Auswahl auf lizenzierten Plattformen ist damit begrenzt.
Wie wirkt sich die Sportwettensteuer auf Quote und Auszahlung aus?
Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz minus Steuer selbst“, bezogen auf den eingezahlten Betrag also rund 5,03 %. Geschuldet wird sie von der Veranstalterin, nicht vom Wettenden. Ob und wie ein Anbieter sie in seine Quoten einrechnet, entscheidet er in seinen eigenen Bedingungen.
Was am Ende vom Einsatz bleibt
Über einen Super-Bowl-Schein lässt sich eine belastbare Aussage machen: Er wird zu einem Preis verkauft, den die Werbung nicht nennt. Die Rechnung beginnt bei der Whitelist, führt über den Quotenschlüssel des Marktes und endet bei den Bedingungen des Bonus und dem Steuersatz, der in jeder Quote sitzt. Das nächste Endspiel kennt noch keinen Teilnehmer — aber Termin und Ort stehen fest, und beides reicht für eine Vorbereitung. Wer jetzt mit der Liste anfängt, muss im Februar nicht mit der Werbung anfangen.
US-Sport – Kleine Einzahlung
Inhalt erstellt vom Team «Kleine Einzahlung»
