Lucky 63 Wetten bei deutschen Buchmachern — wer Systemwetten wirklich anbietet
30. Oktober 2026 — geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) und gegen die veröffentlichten Teilnahmebedingungen der genannten Anbieter, soweit sie Sportwetten betreffen.

Auf einem Wettschein mit sechs Spielen stehen sechs Kreuzchen. Bezahlt werden 63 Wetten. Das ist der ganze Zauber der Lucky 63, und wer ihn einmal begriffen hat, bestellt sie selten zweimal: Sie ist keine Wette auf ein Ergebnis, sondern ein Paket, in dem der Einsatz sich mit jeder Auswahl vervielfacht — und nicht nur der mögliche Gewinn, sondern auch die Summe, die tatsächlich vom Konto geht. Genau darin liegt ihr Reiz und ihr Preis. Eine Lucky 63 ist eine Full-Cover-Wette mit sechs Auswahlen, bei der die Einzelwetten eingeschlossen sind. Verliert eine der sechs Auswahlen, ist die komplette Kombiwette weg; was bleibt, sind die kleineren Einzel- und Mehrfachwetten aus den übrigen fünf Tips, und ob die den Einsatz tragen, entscheidet die Quote, nicht der Wunsch. Wer diese Rechnung nicht vor dem Absenden aufstellt, hat sie schon bezahlt.
Die folgenden Abschnitte gehen der Reihe nach durch, was dieses Format tatsächlich verlangt: wie es aufgebaut ist, was die deutsche Erlaubnis damit zu tun hat, was eine Sportwettensteuer von 5,3 % in der Praxis bedeutet, wie sich der Gesamteinsatz rechnen lässt und welche zehn Anbieter der Whitelist Systemwetten überhaupt in ihrem Wettprogramm führen.
Wie die Lucky 63 aufgebaut ist: sechs Auswahlen, 63 Wetten und ein Einsatz, der davon abhängt
Die Zahl ist keine Erfindung der Marketingabteilungen, sondern Kombinatorik. Wer aus sechs Auswahlen jede mögliche Kombination bildet — die sechs Einzelwetten, alle Zweier-, Dreier-, Vierer-, Fünfer- und die eine Sechserkombination —, landet bei genau 63 Wetten. Die Systemtabelle von ODDSET weist für das System „ALL“ bei sechs gewählten Tipps 63 Wetten aus, und zwar Einzelwetten, alle Systeme und die Kombiwette zusammen. Das ist die vollständige Liste: 6 Einzelwetten, 15 Zweierkombinationen, 20 Dreier, 15 Vierer, 6 Fünfer und eine Sechserkombination. Auf den ersten Blick wirkt diese Liste nach Vollkasko. Sie ist das Gegenteil: Sie ist eine Wette darauf, dass viele der sechs Tips richtig sind, nicht nur der eine, den man für den sichersten hält.

Der entscheidende Satz steht in den Teilnahmebedingungen, nicht in der Werbung. Der Einsatz je Wette ist einheitlich, und der Gesamteinsatz ist das 63-Fache dieses Betrags. Wer 1 € pro Wette einträgt, zahlt 63 €; wer 0,50 € einstellt, zahlt 31,50 €; wer glaubt, 5 € seien „ja nur fünf Euro“, zahlt 315 €. Die Sportwette selbst kennt keine gesetzliche Obergrenze für den Einzeleinsatz, aber der eigene Geldeinsatz kennt sehr wohl eine — nämlich die, die der Spielende sich selbst gesetzt hat und mit dem Einzahlungslimit der Limitdatei auch gesetzt bekommt. Ein Systemwettschein ist der schnellste Weg, dieses Limit an einem einzigen Samstagnachmittag auszureizen.
Und was passiert, wenn eine Auswahl danebenliegt? Dann fällt jede Wette weg, in der diese Auswahl vorkommt. Aus 63 Wetten werden bei einer falschen Auswahl 31, bei zwei falschen Auswahlen 15, bei drei falschen sechs. Es bleiben also Wetten übrig — deshalb heißt das Format Full-Cover —, aber die Sechserkombination mit der höchsten Quote ist immer die erste, die es trifft. Zurück kommen dann die kleinen Einzelwetten mit den Favoritenquoten, und ob die 63 € Einzahlung auch nur angemessen zurückfließen, hängt daran, wie die sechs Quoten verteilt waren. Sechs Favoriten mit Quoten um 1,30 sind ein völlig anderes Papier als sechs Außenseiter um 4,00.
Was eine Lucky 63 von einer gewöhnlichen Kombiwette unterscheidet, ist genau dieses Rückgrat: die Einzelwetten. Sie sorgen dafür, dass ein einziger Treffer noch etwas zurückbringt, während die Kombiwette längst tot ist. Das ist der Grund, warum Vollsysteme in Deutschland zur klassischen ODDSET-Tradition gehören und bis heute Teil des Wettprogramms vieler Anbieter sind. Es ist aber auch der Grund für den Preis: Man kauft nicht ein Los, sondern 63.
Was die Begriffe Lucky 15, Lucky 31 und Lucky 63 verbindet
Dieselbe Logik gibt es kürzer und länger. Vier Auswahlen als Full-Cover ergeben 15 Wetten, fünf Auswahlen ergeben 31 Wetten, sechs Auswahlen ergeben die 63 dieses Formats. Die Zahl im Namen ist immer die Anzahl der Wetten, nicht die Anzahl der Tips. Damit sitzt auch der Preis für die Leserin fest: Der Gesamteinsatz ist stets ein Vielfaches des Teileinsatzes — das 15-, 31- oder 63-Fache. Von dieser Rechnung gibt es keine Ausnahme, weder bei einem deutschen noch bei einem ausländischen Anbieter, und keine Marketingzeile ändert daran etwas.
Interessant wird der Vergleich erst an der Stelle, an der sich die Varianten auseinanderziehen. Bei vier Auswahlen sind alle vier richtig nötig, damit die Vollversion zündet, aber schon drei Treffer bringen eine Reihe kleiner Wetten. Bei sechs Auswahlen braucht man für die wirklich dicken Teile des Pakets vier, fünf oder sechs Treffer. Je länger das Paket, desto mehr braucht man also nicht nur gute Tips, sondern eine breite Basis. Wer sechs Spiele mit Quoten zwischen 1,20 und 1,40 auswählt, baut ein Paket mit hoher Trefferwahrscheinlichkeit und magerer Auszahlung. Wer sechs Spiele um 3,00 nimmt, baut ein Paket, in dem ein einziger Fehler die interessanten Wetten mitreißt. Die Lucky 63 ist damit weniger ein Werkzeug für sichere Tips als eines für eine breite Meinung.
Für Anbieter ist die Sache brutal einfach: ein Systemwettschein mit 63 Wetten bedeutet 63-mal Umsatz auf einen Vorgang. Deshalb finden sich Systemwetten fast überall im Programm, von ODDSET bis zu den privaten Anbietern. Für den Spielenden ist es umgekehrt: Der Anbieter verdient nicht an einer Wette, sondern an jeder der 63, und der Quotenabschlag, den er nimmt, wird ebenfalls 63-mal fällig. Wer das Format als Geheimtipp verkauft, verkauft in Wahrheit 63 Wetten mit demselben Hausvorteil, nur gebündelt.
Rechtslage: Was eine deutsche Erlaubnis für 63 Wetten aus sechs Auswahlen bedeutet
In Deutschland braucht Sportwetten niemand zu „erlauben“ — man muss den Veranstalter sorgfältig heraussuchen. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder in Halle (Saale) erteilt nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021, die bundesweite Erlaubnis zum Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet und überwacht sie. Von der Steuer ist dabei nicht die Rede: Die Sportwettensteuer ist Sache des Finanzamts, nicht der Behörde. Warum der Unterschied wichtig ist, zeigt ein Blick auf die Anbieterlisten, in denen Abgaben gern als Beweis für die Erlaubnis herhalten. Sie sind keiner.

Rechtsverbindlich prüfen lässt sich ein Anbieter nur an einer Stelle: der Whitelist. Nur die Eintragung dort zeigt die Erlaubnis. Der Stand der Liste vom 2. Oktober 2026 umfasst 30 Einträge, unter denen 27 Inhaber eine Erlaubnis für Sportwetten haben — zwei davon zusätzlich für Pferdewetten — und drei ausschließlich für Pferdewetten. Alle dort geführten Domains liegen auf einer deutschen Endung. Das ist eine Beobachtung und kein Prüfkriterium: Eine .de-Domain allein beweist nichts, und eine ausländische Adresse ist kein Ausschlussgrund, solange die Domain im Sportwetten-Permit der Whitelist steht. Inhaber der Erlaubnis sind ohnehin meist maltesische oder gibraltarische Gesellschaften, was für sich genommen völlig normal ist.
Was einem die kräftigste Werbezeile nichts nützt: Nur die Domain, die unter der Sportwetten-Erlaubnis geführt ist, darf Sportwetten annehmen. Ein und dieselbe Gesellschaft kann daneben Erlaubnisse für virtuelle Automatenspiele halten — das sind andere Genehmigungen mit anderen Regeln und ohne jeden Aussagewert für das Sportwettprogramm. Ausländische Lizenzen aus Curaçao, Anjouan oder Malta haben in Deutschland keine Bedeutung. Der GGL ist die Erlaubnis einer Domain zu entnehmen, nicht ein Logo auf der Startseite. Wer prüfen will, geht die Liste über die Behördensuche durch und sucht die Domain — nicht den Markennamen, denn der taucht dort oft anders auf als im Werbebanner.
Ein kurzer Abstecher zu den Details, die am häufigsten falsch erzählt werden. Wie dürfen Wetten geschlossen werden? Als Festquotewetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon und auf Ereignisse währenddessen, einzeln oder in Kombination. Zulässig sind nur die Wetten, für die die Behörde ein Sportwettprogramm vorsieht. Livetten während eines laufenden Geschehens sind nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente erlaubt, und nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind — im Fußball das nächste Tor, im Tennis der nächste Satz, nicht aber der nächste Punkt, im Basketball nicht der nächste Korb. Ausgeschlossen sind Wettbewerbe mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren; nach behördlicher Praxis gilt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich. Manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Ahndung fallen ebenfalls weg, ebenso Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse. E-Sport ist aus Sicht der Behörde kein Sport — es gibt in Deutschland keine erlaubte E-Sport-Wette. Ausgezahlt wird erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses.
Der Cash-out, über den so viel geredet wird, hat in diesem Katalog keinen eigenen Paragrafen. Es gibt keine gesetzliche oder behördliche Regelung dafür. Wenn ein Anbieter ihn anbietet, ist das sein eigenes Feature mit seinen eigenen Regeln — und das ist der Grund, warum man vor einer Systemwette genauer hinsieht, denn nicht jeder Anbieter lässt hier zu, was man im Kopf hat.
Offshore ohne Erlaubnis: der teuere Weg, dem Verlust nachzulaufen
Wer ohne deutsche Erlaubnis Sportwetten in Deutschland anbietet, veranstaltet unerlaubtes Glücksspiel. Die Veranstaltung kann mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe geahndet werden, die Werbung mit bis zu einem Jahr, und die Teilnahme mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Ob einzelne Spielende tatsächlich verfolgt werden, ist nicht festzustellen — das ist weder ein Freibrief noch eine Drohung. Behörden können Verbote erlassen, Zahlungen und Netzverbindungen sperren. Die Behörde hat Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor illegalen Angeboten wie etwa Platincasino gewarnt.
Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt, und die Frage liegt seit dem Vorverfahren beim Bundesgerichtshof und beim Europäischen Gerichtshof. Der Bundesgerichtshof hat dem Gerichtshof am 25. Juli 2024 in einem Verfahren gegen Tipico die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; geklagt wird auf mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018. Generalanwalt Nicholas Emiliou hielt in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Diese Verfahren sind ein Argument für die Whitelist und niemandes Eintrittskarte zu einem Erstattungsanspruch. Wer nach einem Systemwettschein mit 63 Wetten und einem hohen Verlust darauf hofft, ein Gericht hole das Geld zurück, tauscht einen Verlust gegen einen Prozess.
Für die Lucky 63 heißt das konkret: Der Aufwand, den ein Systemwettschein mit sich bringt, multipliziert sich bei einem Anbieter ohne Erlaubnis nicht nur beim Einsatz, sondern auch beim Risiko. Der Anbieter steht nicht im Sperrsystem, nicht in der Limitdatei, und im Streitfall gibt es keinen deutschen Weg. Umgekehrt bringt die Whitelist die deutschen Einschränkungen mit: Einzahlungslimit von 1.000 € monatlich als Standard, eingeschränkte Live-Märkte, vollständige Verifizierung, Zahlungen nur vom eigenen Konto. Wer unbedingt höhere Limits braucht, findet sie dort nicht. Wer wissen will, wie eine Sperre in einer deutschen Anbieterliste aussieht, prüft die Domain, nicht die Fassade.
Verantwortungsvoll wetten: warum gerade die Lucky 63 den Einsatzfall aufreißt
Zwischen Teileinsatz und Gesamteinsatz klafft bei diesem Format eine Lücke, die sich nur mit dem Taschenrechner, nie mit dem Gefühl kontrollieren lässt. Genau hier greifen die Instrumente, die das deutsche Recht bereitstellt, und sie greifen bei einer Systemwette schneller als bei jeder Einzelwette.
Teilnehmen darf nur, wer 18 Jahre alt ist. Ein Konto pro Anbieter gilt, und es muss vollständig verifiziert sein; vor Abschluss der Prüfung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spiel erlauben, mit 100 € Einzahlungsgrenze und ohne Auszahlungen. Das ist der Grund, warum bei einem neuen Anbieter der erste Systemwettschein oft noch hinter der Verifizierungsschranke hängt — hier zahlt man den Aufwand, den die Prüfung macht, mit Wartezeit.
Das Einzahlungslimit liegt standardmäßig bei 1.000 € pro Kalendermonat und gilt über alle Anbieter hinweg, abgewickelt über die Limitdatei LUGAS. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, darf für eine einzelne Person höher gehen — bis 10.000 €, und zwischen 10.000 € und 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spielenden —, aber nur auf nachweisbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Senken wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen. Paralleles Spiel bei mehreren Anbietern ist untersagt und wird über die Aktivitätsdatei überwacht. Ein kurzer Realitätscheck zur Lucky 63: Bei 63 € pro Schein sind nach 15 Scheinen die 1.000 € eines Monats durch, und wer die Verdopplung erst bemerkt, wenn der Monat halb vorbei ist, hat das Limit längst ausgeschöpft — deshalb ist das Limit keine Bremse, sondern ein Termin.
OASIS ist das bundesweite Sperrsystem, wird bei Registrierung und Anmeldung abgeglichen, und eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn man eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus. Wer merkt, dass ein Systemwettschein mit 63 Wetten ihn emotional mehr kostet als eine Einzelwette — und das kommt vor, weil 63 gleichzeitige Entscheidungen auf einem Bildschirm eine eigene Art von Druck erzeugen —, findet die Sperre nicht in den Einstellungen des Wettkontos versteckt, sondern über OASIS und das Limit bei LUGAS. Offshore-Angebote hängen an keinem der beiden Systeme.
Zwei Hinweise, die aus dem Kleingedruckten kommen und praktisch mehr wert sind als manche Werbezeile. Spielergelder liegen bei erlaubten Anbietern auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt. Und Fördereinrichtungen für Problemspieler gibt es in Deutschland offen zugänglich — wer wissen will, ob das eigene Verhalten kippt, findet anonyme Beratung, ohne über einen Anbieter gehen zu müssen.
Die Kosten, die man bei einer Lucky 63 kontrollieren kann, sind deshalb genau drei: Teileinsatz, Anzahl der Scheine pro Monat und die Zahl der Auswahlen. Alles andere ist Glück.
Systemwette und Rechner: was ein Lucky-63-Rechner wirklich ausgibt
Wer einen Rechner für Lucky-63-Wetten sucht, erwartet meistens einen Gewinn. Was er bekommt, ist eine Übersicht über die Teilrückflüsse — und das ist gut so, solange man weiß, was auf dem Bildschirm steht. Ein Lucky-63-Rechner arbeitet in zwei Schritten. Er nimmt den Teileinsatz und multipliziert ihn mit 63, weil die Anzahl der Wetten festliegt und nicht von den Quoten abhängt. Danach rechnet er für jede einzelne der 63 Wetten getrennt aus, was sie im Gewinnfall zurückzahlt, und addiert das. Die Rückzahlung einer Einzelwette ist Einsatz mal Quote; bei einer Kombiwette aus mehreren Auswahlen multiplizieren sich die Quoten der beteiligten Tips zu einer Gesamtquote.
Das ist der Punkt, an dem sich die Erwartung vom Ergebnis löst. Der Rechner kennt keine Wahrscheinlichkeiten. Er weiß nicht, wie oft eine Quote von 2,50 aufgeht; er weiß nur, dass eine Quote von 2,50 im Gewinnfall das Doppelte des Einsatzes zurückzahlt. Ein Auszahlungsbildschirm voller Zahlen sagt deshalb nur, was bei sechs richtigen Auswahlen herauskommt — die Frage, ob es dazu kommt, beantwortet er nicht. Wer diese beiden Dinge verwechselt, hält die Summe am unteren Rand für eine Prognose.
Für die Planung ist deshalb der einfache Weg der nützlichere: erst den Gesamteinsatz aus dem Teileinsatz, dann ehrlich prüfen, ob man die 63-fache Summe an diesem Wochenende überhaupt ausgeben will. Erst danach sollte man sich Quoten und Auswahlen ansehen. Der Einschub mit dem zu erwartenden Rückfluss kommt zum Schluss, weil er in der Regel ernüchtert.
Was ein Schein mit sechs Tips tatsächlich zurückzahlt — eine Beispielrechnung
Sechs Auswahlen, drei davon mit Quoten von 1,50, 2,00 und 2,50, drei weitere, die sich im oberen und unteren Bereich ähnlich verteilen, und ein Teileinsatz von 1 € pro Wette. Die drei Quoten sind ein Rechenbeispiel, kein Angebot und keine Preisangabe eines Anbieters.
Der Gesamteinsatz liegt fest: 63 Wetten zu je 1 € sind 63 €. Für die Auszahlung muss man die Wetten auseinanderhalten, weil jede einzelne Wette eine eigene Teilmenge der sechs Auswahlen verbindet. Eine Einzelwette auf die Auswahl mit Quote 2,50 zahlt im Trefferfall 2,50 € zurück, netto 1,50 € darüber. Sind alle sechs Auswahlen richtig, zahlt die Sechserkombination mit einer Gesamtquote von 1,50 × 2,00 × 2,50 × 1,50 × 2,00 × 2,50 = 56,25 die Summe von 56,25 € für einen Einsatz von 1 € zurück. Addiert man die Einzelwetten und alle Kombinationen von Zweiern bis zum Sechser, liegt die gesamte Rückzahlung dieses Beispielscheins in der Größenordnung zwischen etwa 90 € und 210 €, je nachdem, wie die drei hier nicht einzeln ausgewiesenen Quoten liegen — bei sechs Treffern und einem Gesamteinsatz von 63 €. Der Punkt dieser Spanne ist nicht die Zahl in der Mitte, sondern die Bedingung davor: Sie gilt nur, wenn alle sechs Auswahlen aufgehen. Bei fünf richtigen Auswahlen bleiben die Sechserkombination, die fünf Fünfer und die übrigen kleineren Wetten übrig; bei vier richtigen werden es sechzehn. Bei einer einzigen falschen Auswahl schrumpft das Paket auf die 31 Wetten, die diese Auswahl nicht enthalten.
Der Betrag, der auf dem Konto landet, ist am Ende noch eine Stufe niedriger als der Rechner ausgibt, weil die Sportwettensteuer im Quotenabschlag steckt. Bei einem Anbieter, der nach seinen Bedingungen einen Quotenabschlag auf den Bruttogewinn nimmt, geht sie direkt vom zurückfließenden Betrag ab — und dieser Abschlag trifft jede der 63 Wetten einzeln.
Der Quotenabschlag und die 5,3 % — wem sie was kosten
Über den Quotenabschlag wird viel Unsinn erzählt, deshalb hier, was tatsächlich in den Bedingungen steht. Die Sportwettensteuer ist nach den §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes 5,3 % der Bemessungsgrundlage, die aus dem gezahlten Einsatz abzüglich der Steuer selbst besteht. Umgerechnet auf den eingezahlten Betrag sind das rund 5,03 %. Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Spielenden. Ob und wie er sie weitergibt, ist seine Entscheidung — deshalb darf man sie nicht pauschal als „5,3 % des Einsatzes“ auf jeden Anbieter kleben, und die pauschale Zeile, sie träfe jeden Wettenden gleich, stimmt nicht. Wie ein Anbieter sie trägt, steht in seinen Bedingungen, wobei der effektive Steuersatz bei 5,3 % auf den Einsatz abzüglich der Steuer (rund 5 % des eingezahlten Betrags) liegt.
Vier Beispiele, die man nicht verwechseln darf. Bei Interwetten hält schon die Fassung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Sportwetten von 2021 fest, dass das Unternehmen die Sportwettensteuer trägt und bei Wetten einen Quotenabschlag von 5,3 % vornimmt — dort wird der Abschlag also in der Quotengestaltung verarbeitet. Bei DAZN Bet wird auf jede Sportwette ein Quotenabschlag von 5 % erhoben, dort als Wettsteuer bezeichnet, automatisch berechnet und im Kontoverlauf je Wette sichtbar; wer nachrechnen will, findet dort Einsatz und Abschlag nebeneinander. Bei Sportingbet nennt die Wettregel eine Steuer von 5 % des Wetteinsatzes nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes und behält bei gewonnenen Wetten 5 % des Bruttogewinns aus Einsatz mal Quote ein. Bei ODDSET erheben die Bedingungen von Kunden mit Wohnsitz in Deutschland eine Gebühr von 5 % auf den Bruttogewinn einer gewonnenen Wette; erst nach Abzug steht der Netto-Gewinn fest, der für die Auszahlung maßgeblich ist. Bei Winamax bewirbt sich das Unternehmen im Fußbereich seiner Website mit „0% Wettsteuer und die besten Quoten“ und stützt das auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball zwischen dem 01.04.2025 und dem 30.08.2025, nach der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag.
Für einen Lucky-63-Schein ist diese Landschaft ungemütlich. Ein Abschlag auf den Bruttogewinn schlägt auf jede der 63 Wetten einzeln durch und trifft genau die Scheine, die überhaupt in die Nähe eines Rückflusses kommen. Ein Abschlag, der in die Quote eingepreist ist, tut dasselbe, nur früher und unsichtbar. Die gute Nachricht: Ein Systemwettschein mit sechs Favoritenrunden ist in dieser Hinsicht kein schlechteres Geschäft als eine Einzelwette — es ist dasselbe Geschäft, 63-mal. Wer wissen will, was der Schein kostet, vergleicht nicht die Werbebotschaft, sondern zwei Zahlen: die angebotene Quote auf dasselbe Spiel bei zwei Anbietern und das, was nach dem Abschlag übrig bleibt.
Vergleich: Welche zehn Anbieter der Whitelist Systemwetten führen
Die folgende Übersicht ordnet die zehn Anbieter nach dem Stand der Whitelist vom 2. Oktober 2026. Sie ist keine Rangliste und keine Empfehlung, sondern die Prüfung, die jedem Vergleich vorausgehen muss: Wer steht mit welcher Gesellschaft im Sportwetten-Permit, und seit wann. Die Whitelist listet nur Erstdaten und Folgeerlaubnisse, kein Enddatum — wer eine Erlaubnis für „befristet bis“ hält, hat sie nicht von dort.
| Anbieter | Betreiberin laut Whitelist | Erlaubnis Sportwetten |
|---|---|---|
| Bet3000 | I.B.C. Sportsbetting Limited | Erstdatum 22. April 2026 |
| bet-at-home | Bet-at-home.com Internet Limited | seit 02.11.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022 |
| Winamax | WINAMAX (Société anonyme) | seit 29.06.2021, Folgeerlaubnis 08.12.2022 |
| 888sport | 888 Germany Limited | seit 30.06.2021, Folgeerlaubnis 15.12.2022 |
| LeoVegas | LVSports Limited | seit 21.10.2024 |
| Tipico | Tipico Co. Limited | seit 09.10.2020, Folgeerlaubnis 09.12.2022 |
| Interwetten | Interwetten Gaming Limited | seit 02.11.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022 |
| Sportwetten.de | NetX Betting Limited | seit 19.11.2020, Folgeerlaubnis 16.12.2022 |
| DAZN Bet | DZBT Operations Limited | seit 22.08.2023 |
| Tiptorro | Torro Tec Limited | seit 30.06.2021, Folgeerlaubnis 27.12.2022 |
Die Spannweite der Daten sagt mehr über die Struktur des Marktes als über die Qualität der Angebote. Bet3000 hat seine Erstdatierung am 22. April 2026 und ist damit der jüngste Eintrag; LeoVegas folgte am 21.10.2024, DAZN Bet am 22.08.2023. Die lange Reihe der Erlaubnisse aus 2020 und 2021 mit Folgeerlaubnissen zum Jahresende 2022 ist dagegen die Startaufstellung des heutigen Marktes: Wer damals dabei war, hat das deutsche Regime mit aufgebaut, und die Folgeerlaubnisse fallen in den Zyklus, in dem Anträge neu bewertet werden. Aus diesen Daten folgt keine Rangordnung — eine kürzere Erlaubnis ist nicht schlechter, eine längere nicht besser. Sie folgt nur als Hinweis darauf, dass jeder dieser Anbieter heute die Voraussetzung erfüllt, die vor Gericht zählt: Inhaber einer deutschen Erlaubnis zu sein, was die Vorlage beim Europäischen Gerichtshof für Streitigkeiten der Jahre vor 2020 nicht beeinflusst.
Für die Lucky 63 ist die Whitelist die halbe Miete. Die andere Hälfte steht in jedem Anbieterprogramm selbst, denn ob Systemwetten überhaupt im Angebot sind, sagt der Erlaubnisbescheid nicht. Das deutsche Sportwettprogramm lässt Kombinationen zu, und Systemwetten sind die Erweiterung davon; keine Behörde schreibt einem Anbieter vor, sie anzubieten. Wer im Programm eines Anbieters keinen Systemwettschein findet, hat ihn nicht übersehen — er ist nicht da.
Die zehn Anbieter im Detail: Systemwetten, Abschläge und Grenzen
Bet3000: die jüngste Erlaubnis im Feld, Systemwetten ohne Einzelwetten-Spezifikation
Bet3000 ist mit einem Erstdatum vom 22. April 2026 der jüngste Whitelist-Eintrag der Runde, Betreiberin ist laut Liste die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema auf Malta. Ein frischer Eintrag sagt wenig über das Produkt, aber er sagt etwas über das Tempo: Der Anbieter ist im deutschen Markt angekommen, während andere schon eine zweite Erlaubnisrunde hinter sich haben. Wer ein neues Konto sucht, bekommt hier einen Anbieter, dessen Prozesse nicht über Jahre an deutschen Sonderregeln gewachsen sind — das kann ein Vorteil sein, wenn die Software aktuell gehalten wird, und ein Nachteil, wenn man auf gewachsene Routine setzt.
Zum Systemwettprogramm selbst: Ob und in welchem Umfang Bet3000 Systemwetten mit Einzelwetten führt, lässt sich nicht behaupten, ohne es im Wettprogramm nachgesehen zu haben — und genau dort sieht man es, nicht in einer Anbieterübersicht. Wer eine Lucky 63 bei Bet3000 plant, sollte im Wettschein zuerst prüfen, ob neben Einzel- und Kombiwette auch Systemwetten mit Einzelwetten angeboten werden und ob der Teileinsatz frei wählbar ist. Was den Abschlag betrifft, gilt hier dasselbe wie überall auf dieser Liste: Er steckt im Preis und wird nicht in der Werbung ausgewiesen. Wer ihn erfahren will, vergleicht die Quote auf ein Spiel mit der anderer Anbieter — der Unterschied ist der Preis.
Eine junge Erlaubnis ist kein Mangel, aber sie ist ein Argument, vor dem ersten Schein das Kleingedruckte zu lesen, statt es zu vermuten. Wer auf Routine aus einem Jahrzehnt deutscher Praxis setzt, ist hier nicht falsch, aber auch nicht am Ziel seiner Suche.
bet-at-home: seit 2020 dabei und in der Diskussion um Wettverträge
Die Bet-at-home.com Internet Limited wird für die Sportsdomain mit einer Erlaubnis seit dem 02.11.2020 geführt, dazu eine Folgeerlaubnis vom 22.12.2022 und eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28.12.2022. Die Zahlen sind ein Sonderfall in der Reihe: Kein anderer Anbieter dieser Liste hat so viele unterschiedliche Datierungen auf einem Eintrag. Für Sportwetten zählt allein die Erlaubnis für die Sportsdomain; die Erlaubnis für die virtuellen Automatenspiele ist ein anderer Vorgang mit anderen Regeln und anderem Programm und sagt über das Sportwettprograt nichts.
Für die Lucky 63 ist das marktlogisch relevant, weil das Unternehmen in der deutschen Öffentlichkeit vor allem mit Sportwetten verbunden wird, während der wirtschaftliche Schwerpunkt der Gruppe längst im Automatenspiel liegt. Wer Systemwetten plant, interessiert sich für das Sportwettprogramm, und das ist bei diesem Anbieter der schmalere Teil des Angebots. Prüfen sollte man daher nicht, ob die Marke bekannt ist, sondern ob im Wettschein ein Systemschema mit sechs Auswahlen und Einzelwetten verfügbar ist und wie hoch der kleinste Teileinsatz ist.
Ob sich der Schein hier lohnt, entscheidet die Quotengestaltung: Ein Anbieter mit einer Erlaubnis aus 2020 sitzt im deutschen Regime, also braucht man nicht zu fragen, ob Spielergelder geschützt sind — das ist Pflicht, nicht Bonus. Interessant ist der Preis. Wer den Aufschlag wissen will, vergleicht ein Spiel mit identischer Quote.
Winamax: Freebets ohne Umsatzbedingungen — und ein Cash-out, der die Systemwette ausschließt
Winamax ist für eine Lucky 63 in doppelter Hinsicht die interessanteste Adresse der Liste und in einem Punkt die enttäuschendste. Das Willkommensangebot verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets und verzichtet auf Umsatzbedingungen für diese Freebets. Eingezahlt werden muss allerdings 1 €, der selbst zur Auszahlung einmal umgesetzt werden muss, mit einer Obergrenze der Umsetzung von 100 € und einer Mindestquote von 1,05. Das ist für einen Systemwettenschein bemerkenswert günstig: Übliche Bonusbedingungen verlangen ein Mehrfaches an Umsatz; hier steht auf der Bonusseite eine Null. Nur 100 €, die Einzahlung, müssen einmal bewegt werden.
Gleichzeitig bewirbt sich Winamax mit „0% Wettsteuer und die besten Quoten“ — und verweist dafür auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball vom 01.04.2025 bis zum 30.08.2025, nach der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. Das ist ein Satz über die Mehrheit der untersuchten Fälle, nicht über jede Quote. Der Abschlag kann im Quotenvergleich also klein sein; das ist eine Frage, die man an einem konkreten Spiel nachprüft.
Und dann die Regeln des Cash-outs, die den Systemwetter treffen: Der vorzeitige Ausstieg ist bei Einzel-, Kombi- und MyMatch-Wetten möglich, ausgezahlt wird der Betrag aber erst, nachdem alle Auswahlen der Wette beendet sind — und nicht möglich ist er bei Torschützenwetten, Systemwetten, Langzeitwetten und mit Freebets platzierten Wetten. Eine Lucky 63 lässt sich hier also nicht vorzeitig verkaufen, und mit Freebets bezahlte Anteile ebenfalls nicht. Wer den Ausstieg einplant, plant bei diesem Anbieter falsch.
Für den Schein heißt das: Winamax ist die richtige Adresse für den, der mit einem einmaligen Einzahlungsbetrag arbeitet und die Freebets als Einstieg nutzt, und die falsche für den, der auf dem laufenden Schein reagieren will. Wer die 63 Wetten durchrechnet, sollte den Ausstieg ohnehin nicht als Sicherheitsnetz einplanen — bei dieser Quoteentwicklung ist er selten das Geld wert, das er kostet.
888sport: deutsche Tochter eines Londoner Gruppenunternehmens
888sport wird für die deutsche Sportsdomain von der 888 Germany Limited geführt, mit einer Erlaubnis seit dem 30.06.2021 und einer Folgeerlaubnis vom 15.12.2022. Dahinter steht die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar als Holdinggesellschaft der 888-Gruppe, zu der 888sport gehört; die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert. Das ist die einzige börsennotierte Struktur in dieser Auswahl, und das ist kein Qualitätsmerkmal, sondern eine Tatsache über die Berichtspflichten.
Für einen Systemwettschein ist das aus zwei Gründen nüchtern zu betrachten. Die börsennotierte Muttergesellschaft veröffentlicht Zahlen, was Transparenz über das Geschäft, aber nicht über das konkrete Wettprogramm in Deutschland bedeutet. Und die deutsche Erlaubnis gilt für die Sportsdomain — einschließlich der Frage, ob es dort ein Systemschema mit Einzelwetten gibt. Wer 63 Wetten setzen will, schaut im Wettschein nach und nicht im Geschäftsbericht.
Bleibt die Frage, die vor dem ersten Schein zählt: ob der Teileinsatz klein genug gesetzt werden kann, um den Gesamteinsatz im Rahmen zu halten. Ein Anbieter mit sechsstelligen Höchstgewinnen ist kein Indiz dafür. Wer das prüfen will, sieht sich die Grenzen im eigenen Konto an, nicht die Aktionärsbriefe.
LeoVegas: die Erlaubnis im Blick der Whitelist-Prüfung
Bei LeoVegas ist die Zuordnung so klar wie bei kaum einem zweiten Anbieter: Die Whitelist führt für die deutsche Sportsdomain die LVSports Limited als Betreiberin, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024. Die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele besteht dagegen seit dem 27.02.2023. Diese beiden Daten sind Herkunft und Regel zugleich: Die Sportsdomain kam später und trägt nur Sportwetten.
Wer eine Lucky 63 plant, hat hier einen Anbieter mit einer vergleichsweise jungen Sportwetten-Erlaubnis und einer deutlich älteren Casino-Geschichte. Für das Wettprogramm heißt das: Prüfen, ob das Systemwettangebot so ausgebaut ist wie das übrige Angebot. Der Name ist im Markt vor allem mit Kasinospielen verbunden, und wer Systemwetten sucht, sucht ein Sportwettprodukt.
Was bleibt, ist eine schlichte Bewertung. Die Zuordnung ist eindeutig, das Datum ist nachprüfbar, und der Abschlag ist über die Quote zu vergleichen. Wer Wert darauf legt, dass ein Anbieter mit vielen Jahren deutscher Praxis hinter dem Wettschein steht, findet hier Daten aus 2023 und 2024 vor.
Tipico: der Anbieter aus dem Vorlageverfahren beim EuGH
Tipico ist der Anbieter, dessen Name in dieser Runde mit einem Verfahren verbunden ist, das über den Markt hinaus Bedeutung hat. Auf der Whitelist steht für die Sportsdomain die Tipico Co. Limited mit einer Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 09.12.2022. Die Gesellschaft sitzt im Portomaso Business Tower in San Ġiljan auf Malta und wurde 2004 gegründet.
Der Bezug zum Gerichtsverfahren ist für einen Leser dieser Seite kein Grund zur Sorge und kein Grund zur Hoffnung. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; geklagt wird auf Rückzahlung von mehr als 3.700 € Verlusten aus den Jahren 2013 bis 2018, also aus einer Zeit vor dem heutigen Erlaubnisregime. Generalanwalt Nicholas Emiliou hält in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 eine Rückzahlungspflicht für grundsätzlich möglich, mit einer Ausnahme für Fälle, in denen Behörden die Lizenzpflicht vorerst nicht durchsetzen wollten. Für einen Schein, der heute bei einem Whitelist-Anbieter gesetzt wird, ändert das nichts.
Im Wettschein bleibt es bei der praktischen Frage: Systemwetten mit Einzelwetten ja oder nein, Teileinsatz-Höhe und Quotengestaltung. Der Markt kennt den Namen, das ändert an der Rechnung der 63 Wetten nichts.
Interwetten: der Quotenabschlag steht in den Bedingungen
Interwetten ist in dieser Auswahl der Anbieter, bei dem sich der Quotenabschlag aus den eigenen Bedingungen belegen lässt, statt aus einem Vergleich erschlossen werden zu müssen. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen für Sportwetten (Version 1.1, Stand 07.07.2021) halten in Teil G Nr. 8 fest, dass Interwetten die Sportwettensteuer trägt und bei Wetten einen Quotenabschlag von 5,3 % vornimmt. Wer eine Lucky 63 plant, weiß damit immerhin, in welcher Größenordnung der Preis für den Schein liegt, ohne erst zwei Quoten nebeneinanderlegen zu müssen.
Whitelist-seitig gilt für die Sportsdomain eine Erlaubnis seit dem 02.11.2020 mit Folgeerlaubnis vom 27.12.2022. Das ist eine der längsten Ketten in der Auswahl.
Damit ist die Entscheidung hier eine andere als bei den Anbietern ohne offengelegte Abschlagsgröße: Wer die Kosten des Formats vorher kennen will, hat hier eine belegte Zahl. Wer wissen will, ob das Systemwettangebot die Einzelwetten einschließt, prüft das im Wettschein — die AGB sagen es nicht.
Sportwetten.de: Bonus mit Umsatzbedingungen, die einen Systemwettschein teuer machen
Sportwetten.de fällt in dieser Auswahl durch ein Angebot auf, dessen Bedingungen man vorrechnen muss, bevor man es annimmt. Beim Willkommensbonus muss der eingezahlte Betrag 1-fach und der Bonusbetrag 6-fach mit Einsätzen auf Sportwetten umgesetzt werden; zulässig sind nur Wetten mit einer Mindestgesamtquote von 2,00 pro Wettschein. Bei 100 € Einzahlung und 100 € Bonus ergibt das einen Gesamtumsatz von 700 €. Die Sportsdomain wird von der NetX Betting Limited geführt, mit einer Erlaubnis seit dem 19.11.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 16.12.2022.
Was heißt das für eine Lucky 63? Der Mindestquote von 2,00 pro Wettschein können Systemwetten leichter genügen als eine einzelne Wette mit niedriger Quote — schließlich bringt eine gute Auswahl unter sechs Tips die Gesamtquote schnell über 2,00. Die 700 € Umsatz sind dagegen eine harte Zahl: Bei einem Teileinsatz von 1 € und 63 € pro Schein sind das rund elf vollständige Lucky-63-Scheine, bis der Umsatz steht. Und jeder dieser Scheine wird nach den normalen Regeln des Hauses abgerechnet.
Das ist die Art von Bonus, die sich rechnet, wenn man ohnehin viel spielt, und die sich nicht rechnet, wenn man einen Bonus für ein einzelnes Wochenende sucht. Wer einen Systemwettschein als Umsatzwerkzeug nutzt, sollte die Mindestquote im Auge behalten: Wetten darunter zählen nicht.
DAZN Bet: der Abschlag ist im Kontoverlauf sichtbar
DAZN Bet hat in dieser Runde eine Eigenschaft, die vor dem Hintergrund einer Systemwette mit 63 Wetten praktisch ist: Der Abschlag ist nachvollziehbar. Auf jede Sportwette wird ein Quotenabschlag von 5 % erhoben, dort als Wettsteuer bezeichnet; er wird automatisch berechnet, und im Kontoverlauf sind Einsatz und Quotenabschlag je Wette sichtbar. Bei 63 Wetten auf einem Wettschein kann man also nachsehen, was der italienische Vorgang tatsächlich gekostet hat — bei den meisten Wettanbietern bleibt das eine Schätzung.
Die Sportsdomain hat eine Erlaubnis seit dem 22.08.2023, Betreiberin ist laut Whitelist die DZBT Operations Limited. Damit gehört DAZN Bet zu den jüngeren Sportwetten-Erlaubnissen, aber nicht zu den jüngsten.
Für einen Systemwetter ist das ein interessantes Modell, weil es den Preis des Formats sichtbar macht statt ihn zu verstecken. Wer die 63 Wetten als Kostenmodell begreift, kann hier seine Annahme über den Abschlag gegen echte Belege abgleichen. Was bleibt zu prüfen: ob das Wettprogramm Systemwetten mit Einzelwetten führt und wie klein der Teileinsatz werden darf.
Tiptorro: Systemwetten und Cashout laut App-Beschreibung
Tiptorro ist der Anbieter dieser Auswahl, bei dem sich die Bandbreite der Wettarten aus der App-Beschreibung ablesen lässt: Tipps können vor Spielbeginn und live als Einzel-, Kombinations-, Mehrweg- und Systemwetten abgegeben werden; solange das Ticket offen ist, ist ein Rückkaufangebot möglich, Cashout ebenso wie Teil-Cashout. Das ist die klarste Angabe zu Systemwetten in dieser Runde, und sie kommt aus der App-Beschreibung des Anbieters selbst.
Für die Lucky 63 ist die Kombination aus Systemwette und Teil-Cashout bemerkenswert. Wer einen Schein mit 63 Wetten hält und merkt, dass eine Auswahl kippt, kann nach dieser Beschreibung einen Teil davon zurückkaufen. Das ist keine Rettung — ein Rückkauf kostet regelmäßig mehr, als er bringt —, aber es ist eine Option, die viele Anbieter bei Systemwetten gerade nicht anbieten. Die Whitelist führt für die Sportsdomain die Torro Tec Limited mit einer Erlaubnis seit dem 30.06.2021 und einer Folgeerlaubnis vom 27.12.2022.
Bleibt die übliche offene Frage: die Höhe des Teileinsatzes und die Gestaltung der Quoten. Die App-Beschreibung nennt die Wettart, nicht ihre Grenzen.
Was die Lucky 63 den Spielenden am Ende kostet
Die Lucky 63 ist das Format, bei dem die Rechnung am wenigsten mit dem Wetter zu tun hat. Der Einsatz ist bekannt, bevor die erste Quote fällt: 63-mal der Teileinsatz. Der Rückfluss hängt an sechs Ergebnissen, deren gemeinsames Eintreten niemand kennt. Und der Preis für das Format — der Abschlag in der Quote oder auf dem Gewinn — wird bei jeder der 63 Wetten fällig.
Wer sich für dieses Format entscheidet, sollte deshalb zwei Dinge vorher festlegen: den Teileinsatz, den er 63-mal zu zahlen bereit ist, und die Höchstzahl an Scheinen pro Monat, die er sich erlaubt. Wer 1 € pro Wette einsetzt, zahlt 63 € pro Schein; wer 0,25 € einsetzt, zahlt 15,75 €. Beides sind legitime Wege, Systemwetten zu spielen — aber nur der zweite lässt Raum für mehr als einen Schein im Monat, ohne das Einzahlungslimit von 1.000 € monatlich, das über alle Anbieter hinweg gilt, in wenigen Wochen zu verbrauchen.
Was am Ende übrig bleibt, ist eine nüchterne Einordnung der zehn Anbieter. Interwetten nennt den Quotenabschlag ausdrücklich in seinen Bedingungen; DAZN Bet macht ihn im Kontoverlauf je Wette sichtbar; Winamax wirbt mit dem Gegenteil und belegt das mit einer Studie über 2.967 Spiele; Sportwetten.de hat einen Bonus mit 6-fachem Umsatz auf den Bonusbetrag und einer Mindestquote von 2,00 pro Wettschein; Tiptorro beschreibt Systemwetten und Teil-Cashout in der App; Bet3000 ist mit der jüngsten Erlaubnis dabei, bet-at-home und LeoVegas tragen Erlaubnisse für Sportwetten und Automatenspiel in verschiedenen Daten. Für einen Systemwettschein mit sechs Auswahlen ist das Entscheidende ohnehin nicht der Name: Wer die Wahl hat, vergleicht die Quote für dasselbe Spiel und sieht nach, ob das Systemschema die Einzelwetten einschließt — nur dann ist es eine Lucky 63 und nichts anderes.
Häufige Fragen zur Lucky 63
Was ist eine Lucky-63-Wette und woraus besteht sie?
Die Lucky 63 ist eine Full-Cover-Wette über sechs Auswahlen, bei der die Einzelwetten ausdrücklich enthalten sind. Aus sechs Tips entsteht das komplette Paket: sechs Einzelwetten, 15 Zweier-, 20 Dreier-, 15 Vierer-, sechs Fünferkombinationen und eine Sechserkombination. Zusammen sind das 63 Wetten — daher der Name.
Wie viele Wetten ergibt das System „ALL“ bei sechs gewählten Tipps?
Die Systemtabelle von ODDSET weist für das System „ALL“ bei sechs gewählten Tipps 63 Wetten aus, und zwar Einzelwetten, alle Systeme und die Kombiwette zusammen. Die Zahl folgt aus der Kombinatorik und nicht aus einer Einstellung: Wer aus sechs Auswahlen jede mögliche Verbindung bildet, kommt bei 63 heraus, bei vier Auswahlen sind es 15, bei fünf 31.
Wie unterscheidet sich die Lucky 63 von Lucky 15 und Lucky 31?
Der Name steht für die Anzahl der Wetten, nicht für die Zahl der Tips. Lucky 15 bündelt vier Auswahlen zu 15 Wetten, Lucky 31 fünf Auswahlen zu 31 Wetten, Lucky 63 sechs Auswahlen zu 63 Wetten. Bei allen dreien ist der Gesamteinsatz das jeweilige Vielfache des Teileinsatzes, und Einzelwetten sind eingeschlossen.
Wie berechnet ein Lucky-63-Rechner Gesamteinsatz und Auszahlung?
Der Gesamteinsatz ist der Teileinsatz mal 63, unabhängig von den Quoten. Die Auszahlung entsteht aus jeder einzelnen Wette: Bei Einzelwetten wird der Einsatz mit der Quote multipliziert, bei Kombinationen multiplizieren sich die Quoten der beteiligten Auswahlen zu einer Gesamtquote. Der Rechner addiert alle 63 Ergebnisse — aber nur für den Fall, dass alle Auswahlen zutreffen.
Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf Gewinne aus Systemwetten aus?
Die Steuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage, die aus dem gezahlten Einsatz abzüglich der Steuer selbst besteht, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags; geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette. Ob und wie er sie weitergibt, steht in seinen Bedingungen. Ein Abschlag auf den Bruttogewinn trifft bei einer Lucky 63 jede der 63 Wetten einzeln.
Wettarten – Kleine Einzahlung
Inhalt erstellt vom Team «Kleine Einzahlung»
