Afrika-Cup-Wetten im Check: Erlaubnis, Quoten und der Reiz der Turnierwochen
Afrika-Cup-Wetten 2026 suchen Menschen, die ein Turnier vor Augen haben, das es nicht gibt. Der Afrika-Cup 2025 wurde vom 21. Dezember 2025 bis zum 18. Januar 2026 in Marokko ausgetragen, mit 24 Nationen, sechs Vierergruppen und einem Finale, das Senegal gegen den Gastgeber nach Verlängerung mit 1:0 gewann. Die nächste Ausgabe ist für den 19. Juni bis 17. Juli 2027 in Kenia, Tansania und Uganda angesetzt. Zwischen diesen beiden Terminen liegt eine Lücke, und wer in dieser Lücke auf „Afrika-Cup 2026“ wettet, wettet auf ein Ereignis ohne Namen, ohne Termin und ohne Teilnehmerfeld. Was bleibt, ist ein Angebot an Turnierwetten, das die deutschen Anbieter zwischen den Ausgaben vorhalten — und die Frage, was davon man tatsächlich nutzen kann.

Stand: 30. Oktober 2026. Die Erlaubnisangaben in diesem Überblick wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen.
Warum im Suchbegriff ein Jahr steht, in dem kein Afrika-Cup stattfindet
Die CAF hat ihren Kontinentalwettbewerb jahrelang im Sommer gespielt. Für 2025 ging das nicht, weil die FIFA-Klub-WM den Kalender belegte, und so wanderte das Turnier in den Jahreswechsel. Aus dem Sommer 2025 wurde der 21. Dezember 2025. Aus dem Endspiel im Juli wurde der 18. Januar 2026. Wer heute nach Afrika-Cup-Wetten mit der Jahreszahl 2026 sucht, trifft damit auf das Finalwochenende, nicht auf ein Turnier.

Dahinter steckt mehr als eine Kalenderpanne. Ein Turnier, das über den Jahreswechsel läuft, verteilt seine Spiele auf zwei Kalenderjahre, und der Sportwettenmarkt in Deutschland arbeitet mit dem Kalenderjahr. Die Einzahlungsgrenze, von der in der Sektion zum Einzahlungslimit die Rede ist, rechnet in Kalendermonaten. Das Turnier rechnet in Spieltagen.
Die letzte Ausgabe: 21. Dezember 2025 bis 18. Januar 2026
Marokko war Gastgeber, 24 Mannschaften waren dabei, gespielt wurden sechs Vierergruppen. Die Gruppenersten und -zweiten kamen weiter, dazu die vier besten Gruppendritten. Danach folgte das K.-o.-System, in dem bei Gleichstand verlängert und anschließend vom Punkt geschossen wird.

Das Finale am 18. Januar 2026 endete 1:0 für Senegal nach Verlängerung. Zwei Monate später wertete die CAF die Partie mit 3:0 für Marokko, weil Senegals Spieler nach einem umstrittenen Elfmeterpfiff in der Nachspielzeit vorübergehend den Platz verlassen hatten. Der senegalesische Verband kündigte Berufung beim CAS an. Torschützenkönig wurde Brahim Díaz mit fünf Toren; im Spiel um Platz drei setzte sich Nigeria gegen Ägypten im Elfmeterschießen mit 4:2 durch.
Für Wettende ist an dieser Nachgeschichte vor allem eines lehrreich: Ein Ergebnis, das am Abend feststeht, ist nicht dasselbe wie ein Ergebnis, das Bestand hat. Wer auf den Turniersieger gesetzt hatte, sah sich wenige Wochen später mit einer nachträglichen Wertung konfrontiert.
Die nächste Ausgabe: Afrika-Cup 2027 in Ostafrika
Vom 19. Juni bis 17. Juli 2027 sollen Kenia, Tansania und Uganda gemeinsam ausrichten — drei Gastgeber, ein Turnier. Zur Qualifikation meldeten sich 54 Mannschaften an. Es wäre die erste Ausgabe mit ostafrikanischer Beteiligung auf der Ausrichterseite überhaupt.
Danach ändert sich der Rhythmus. Nach der Austragung 2027 soll der Afrika-Cup ab 2028 nur noch alle vier Jahre stattfinden. Seit 2019 treten 24 Mannschaften an; davor war das Feld kleiner und die Gruppenphase kürzer. Wer die Quotenhistorie älterer Ausgaben zum Vergleich heranzieht, vergleicht damit unterschiedlich große Teilnehmerfelder.
Was die Jahre davor hergeben
Der Afrika-Cup wird von der CAF organisiert und wurde erstmals 1957 ausgetragen. Ägypten ist mit sieben Titeln Rekordsieger, Rekordtorschütze ist Samuel Eto’o mit 18 Treffern. Diese Marken sind das, was ein Turnier mit 68 Jahren Geschichte an Vergleichsmaterial liefert — und zugleich das, was bei einem 24er-Feld nur begrenzt aussagekräftig ist. Ein Rekordsieger aus einer Zeit mit acht Teilnehmern ist keine Prognose für ein Turnier mit 24.
Wer auf den Turniersieger setzen will, sollte das als das behandeln, was es ist: eine Wette auf ein Feld, das in 18 Monaten noch nicht vollständig bekannt sein wird, in einer Qualifikation, an der 54 Mannschaften teilnehmen. Prognosen bleiben Wahrscheinlichkeiten. Nichts daran ist sicher, und niemand kann ein Ergebnis kennen, bevor es gespielt ist.
Die Verlegung ins Winterfenster hat noch eine zweite Folge. Zwischen dem Finale 2025 und der Eröffnung 2027 liegen rund 17 Monate ohne Afrika-Cup. In dieser Zeit sind die Turniermärkte der Anbieter dünn besetzt; was an Quoten auffindbar ist und sich auf das Turnier bezieht, bezieht sich meist auf die kommende Ausgabe mit ihren Qualifikationsergebnissen. Die Sportwettenmärkte, die während der Lücke wirklich Liquidität haben, sind Ligafußball und die europäischen Wettbewerbe.
Rechtliches: nur mit Erlaubnis, nachprüfbar auf der Whitelist
Sportwetten auf ein Turnier sind in Deutschland nur bei Veranstaltern zulässig, die dafür eine Erlaubnis nach dem Glücksstaatvertrag besitzen. Die Behörde dafür ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale). Sie erteilt die bundesweite Erlaubnis, Sportwetten im Internet zu veranstalten und zu vermitteln, sie überwacht den Markt und sie ahndet Verstöße. Das GlüStV 2021 gilt seit dem 1. Juli 2021.
Der einzige belastbare Test, ob ein Anbieter diese Erlaubnis hat, ist die amtliche Whitelist. Sie ist beim Vollzug der Erlaubniserteilung nach § 9 Abs. 8 GlüStV zu führen und öffentlich einsehbar. Der Stand vom 2. Oktober 2026 führt 30 Einträge: 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis, von denen zwei zusätzlich Pferdewetten anbieten, sowie drei Inhaber, die ausschließlich Pferdewetten veranstalten. Jede dort gelistete Domain endet auf .de. Ein Anbieter außerhalb dieser Liste darf in Deutschland keine Sportwetten anbieten, und eine ausländische Konzession — sei sie aus Curaçao, Anjouan oder Malta — ändert daran nichts.
Nicht jeder geprüfte Punkt auf dieser Liste bedeutet Siege auf dem Spielfeld
Wichtig ist, was auf der Whitelist für welche Domain steht. Nur die Domain, die unter der Sportwetten-Erlaubnis geführt wird, darf Sportwetten annehmen. Erlaubnisse für virtuelle Automatenspiele, Online-Poker oder Online-Casino sind eigene Genehmigungen mit eigenen Regeln. Als Anbieter von bet365 führt die Whitelist die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex auf Malta. Für Admiralbet ist die Greentube Betting Malta Limited als Betreiberin eingetragen, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und Folgeerlaubnissen vom 13. Dezember 2022 und 29. Juli 2024; für virtuelle Automatenspiele auf der Slot-Marke desselben Hauses besteht eine eigene Erlaubnis seit dem 28. September 2022. Es sind zwei Erlaubnisse, zwei Regelwerke, zwei getrennte Aufsichten — und aus einer Casino-Erlaubnis folgt kein einziger Satz über Fußball.
Die Whitelist zeigt das Datum der Ersterteilung, nie ein Enddatum. Eine Ersterlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 des Glücksspielstaatsvertrags fünf Jahre. Für Vbet verzeichnet die Liste die Sportwetten-Erlaubnis der SCGO Limited, die ihren Sitz im Luxe Pavilion, 2nd Level, Diamonds International Building, Portomaso, St. Julian’s auf Malta hat, seit dem 5. Dezember 2023. Die DZBT Operations Limited, Veranstalterin der Sportwetten unter DAZN Bet, sitzt in der MRO Frank Galea Street in Zebbug auf Malta; die Erlaubnis für DAZN Bet datiert vom 22. August 2023. Für Interwetten steht die Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Tigne‘ Point, Sliema, ein.
Der Betreiber darf nicht mit der Marke verwechselt werden. Genau das ist der Punkt, an dem ein flüchtiger Blick auf die Whitelist scheitert.
Was auf dem Wettschein stehen darf und was nicht
Erlaubt sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon und auf Vorkommnisse darin — als Einzelwette oder als Kombination. Maßgeblich ist das Sportwettprogramm, also die Liste der Wettarten, die dem Anbieter genehmigt wurde. Was dort nicht steht, darf er nicht anbieten, auch wenn es auf einer ausländischen Seite längst läuft.
Live-Wetten sind enger gefasst, als viele annehmen. Während eines laufenden Ereignisses darf ein deutscher Anbieter nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente setzen. Nächstes Tor im Fußball: ja. Nächster Satz im Tennis: ja. Nächster Punkt im Tennis oder nächster Korb im Basketball: nein.
Ausgeschlossen sind Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren. In der Aufsichtspraxis der GGL gilt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich. Ebenso ausgeschlossen sind manipulationsanfällige Wetten sowie Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig.
E-Sport gehört nicht dazu. Die Behörde stellt klar, dass Wetten auf E-Sport nicht möglich sind, weil E-Sport nicht als Sport anerkannt ist. In Deutschland gibt es kein lizenziertes E-Sport-Wetting. Wer im Umfeld eines Turniers auf virtuelle Sportarten stößt, findet dazu in dieser Aufsicht keine Aussage — und sollte das nicht mit einer Erlaubnis verwechseln.
Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Eine gesetzliche Obergrenze für den einzelnen Einsatz gibt es im Sportwettenbereich nicht. Die Grenzen, die es gibt, sitzen an anderer Stelle: beim Konto, nicht beim Wettschein.
Was die Steuer mit der Quote macht
Auf Sportwetten liegt die Sportwettensteuer nach den §§ 16–25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes. Der Satz beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage, und diese Bemessungsgrundlage ist der gezahlte Einsatz abzüglich der Steuer selbst, nicht der Einsatz. Umgerechnet sind das rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Schuldner ist der Veranstalter der Wette, nicht der Wettende — der Steuerbetrag wird also nicht vom Konto des Spielers abgebucht.
Ob und wie der Anbieter diese Last weitergibt, ist seine eigene Entscheidung und steht in seinen Bedingungen. Manche rechnen sie in die Quote ein, manche weisen sie beim Auszahlungsbetrag aus. Wer wissen will, wo er landet, liest die Quotenschlüssel-Angaben oder die Bedingungen des jeweiligen Anbieters — nicht die eines anderen. Die Steuer fällt im Übrigen auch bei nicht erlaubten Anbietern an; eine gezahlte Steuer ist kein Nachweis für eine Erlaubnis.
Wo keine Erlaubnis ist, ist auch kein deutscher Schutz
Ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis, der Sportwetten an Menschen in Deutschland richtet, veranstaltet unerlaubtes Glücksspiel. Die Aufsichtsbehörde warnt Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten; im September 2026 nannte sie in diesem Zusammenhang namentlich Platincasino. Das ist kein Nachbarschaftsstreit unter Anbietern, sondern eine amtliche Warnung.
Strafrechtlich steht das Veranstalten nach § 284 StGB unter Strafe, die Werbung dafür ebenfalls, die Teilnahme nach § 285 StGB. Verfolgungen einzelner Spieler sind nicht belegt — daraus folgt weder ein Freibrief noch ein Grund, das Gegenteil zu behaupten. Aufsichtsrechtlich stehen Untersagungsverfügungen, Zahlungs- und Netzwerksperren zur Verfügung.
Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt, und die Frage liegt beim Europäischen Gerichtshof. Der Bundesgerichtshof legte ihm am 25. Juli 2024 unter dem Aktenzeichen I ZR 90/23 die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt Nicholas Emiliou hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Ein Rückzahlungsanspruch ist damit für niemanden zugesichert.
Was ein Turnier mit dem Budget macht: Spielerschutz als Kostenfrage
Ein Turnier ist ein Kalenderereignis, und Kalenderereignisse kosten Geld. Zwölf Spieltage, Gruppenphase und K.-o.-Runde in vier Wochen, dazu der Reiz, bei jedem Spiel „dabei“ zu sein — das ist die Situation, in der Einsätze entstehen, die niemand geplant hat. Der Schutzmechanismus in Deutschland setzt genau dort an.
Einzahlungslimit und LUGAS: 1.000 € im Monat als Voreinstellung
Für Anbieter mit deutscher Erlaubnis gilt ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 € je Kalendermonat, gerechnet über alle Anbieter hinweg. Das ist keine Empfehlung, sondern die Voreinstellung, und sie wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt. Der Anbieter sieht dort, wie viel ein Spieler im Monat bereits eingezahlt hat, und das Limit greiftproviderübergreifend, nicht pro Haus.
Herabsetzen wirkt sofort. Hinaufsetzen wirkt erst nach sieben Tagen — und zwar nur gegen nachweisbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft genügt dafür nicht, und ein Anbieter darf eine höhere Grenze für einen einzelnen Spieler nur setzen, wenn seine Erlaubnis das hergibt: bis zu 10.000 €, in Ausnahmefällen 10.000–30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler. Die Wartefrist von sieben Tagen auf dem Weg nach oben ist der Teil, den man beim Planen mitdenken sollte. Wer kurz vor dem Finale merkt, dass das Limit zu niedrig sitzt, kommt für dieses Finale nicht mehr nach oben.
Die Grenze gilt für Anbieter unter deutscher Aufsicht. Ein Anbieter ohne Erlaubnis ist an die LUGAS-Datei nicht angeschlossen und liest nichts und schreibt nichts. Dort gibt es keine gemeinsame Monatsgrenze — mit allen Konsequenzen, auch den unangenehmen.
OASIS, Panikbutton und paralleles Spielen
Die Sperrdatei OASIS ist das bundesweite Sperrsystem. Sie wird bei der Registrierung und bei jedem Login abgefragt. Wer sich dort selbst sperrt und dabei einen Zeitraum nennt, ist mindestens drei Monate gesperrt; ohne Angabe eines Zeitraums mindestens ein Jahr. Der Panikbutton löst über die Sperrdatei eine sofortige Blockade für 24 Stunden aus — ohne Frist, ohne Rückfrage.
Paralleles Spielen bei mehreren Anbietern ist nach § 6h des Glücksspielstaatsvertrags verboten und wird über die Aktivitätsdatei kontrolliert. Das ist die Regel, die bei einem Turnier mit monatelanger Lücke am ehesten in Vergessenheit gerät: mehrere Konten bei mehreren Häusern sind keine Grauzone, sondern ein Verstoß.
Ein Konto je Anbieter und vollständige Verifizierung sind die Regel, nicht die Ausnahme. Vor abgeschlossener Prüfung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel ermöglichen, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Wer das als Schikane liest, sollte die Reihenfolge bedenken: Es ist die Verifizierung, die Auszahlungen überhaupt möglich macht.
Offshore-Angebote hängen an keinem dieser Systeme. OASIS nicht, LUGAS nicht. Wer dort spielt, spielt ohne deutsche Aufsicht, ohne deutsche Sperrmechanik und ohne deutschen Rechtsweg — dafür mit anderen möglichen Limits. Das ist ein Tauschgeschäft, und es ist kein gutes.
Zahlungen, die auf den eigenen Namen lauten müssen
Nach § 6b Abs. 4 des Glücksspielstaatsvertrags sind Einzahlungen nur von einem Zahlungskonto erlaubt, das auf den Namen des Spielers selbst lautet und bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut geführt wird. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht zugelassen. Das ist der Mechanismus, der Krypto- und anonyme Prepaid-Karten aus dem lizenzierten deutschen Sportwettenbetrieb heraushält. Welche Zahlungsmarken ein einzelner Anbieter akzeptiert, ist dessen eigene Sache und steht in seinen Bedingungen.
Die Spielerguthaben liegen auf einem treuhänderischen und insolvenzgeschützten Konto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt. Für ein Turnier über den Jahreswechsel ist das eine brauchbare Zusage: Ein Guthaben, das ohnehin ausgezahlt wird, ist kein Guthaben, das man auf ein Spiel setzen muss.
Die Wettarten am Afrika-Cup und was in den Quoten steckt
Ein Turnier hat eine Form, die die Wettarten vorgibt. Eine Gruppenphase produziert Spiele mit Favoriten und Außenseitern. Die K.-o.-Runde produziert Spiele, in denen ein einziges Tor alles entscheidet. Ein Finale produziert ein einzelnes Spiel mit der höchsten Aufmerksamkeit. Und ein Turnier überhaupt produziert einen Sieger. Aus dieser Form ergeben sich die vier oder fünf Märkte, um die sich alles dreht.
Turniersieger, Gruppe, Spielausgang, Torschützen
Die Turniersieger-Wette ist die Wette mit der längsten Laufzeit: Sie wird vor dem ersten Spiel geschlossen und erst nach dem Finale entschieden. Wer sie platziert, bindet den Einsatz über die gesamte Turnierdauer — bei einer Ausgabe mit 24 Nationen und sechs Gruppenspielen je Mannschaft ist das ein weites Feld und eine entsprechend hohe Quote auf alles außer der kleinen Spitzengruppe.
Gruppenwetten beziehen sich auf eine einzelne der vier Teams starken Gruppen. Wer kommt weiter, wer gewinnt die Gruppe, in welcher Reihenfolge landet sie. Diese Märkte entscheiden sich binnen weniger Tage und bieten damit eine andere Frist als die Turniersieger-Wette.
Der Spielausgang mit den drei Ausgängen Sieg, Unentschieden, Niederlage ist der liquide Markt, in dem die meisten Anbieter die engsten Quoten stellen. Er ist auch der einzige Markt, für den an dieser Stelle eine Beispielrechnung möglich ist. Und die Torschützenkönig-Wette schließlich entscheidet über Tore, nicht über Spiele. Wer hier wettet, wettet auf einen Ausgang, der maßgeblich von der Form und Gesundheit der Spieler in der Gruppenphase abhängt.
Wer auf K.-o.-Spiele setzt, sollte eine Frage vor der Wettabgabe klären: Zählt die Verlängerung? Und was passiert mit einem Elfmeterschießen? Das ist keine Detailfrage. Beim Afrika-Cup 2025 gewann Senegal das Finale nach Verlängerung, und im Spiel um Platz drei entschied Nigeria gegen Ägypten im Elfmeterschießen mit 4:2. Ein Markt, der die Verlängerung einschließt, und ein Markt, der nur die 90 Minuten zählt, hätten beide Spiele unterschiedlich bewertet.
Was 2,10 / 3,40 / 3,60 über den Buchmacher verraten
Nehmen wir einen 1X2-Markt mit den drei Quoten 2,10, 3,40 und 3,60 — ein Rechenbeispiel, keine zitierte Preisstellung, und keine Aussage darüber, wie irgendein Spiel ausgeht. Die Quoten sind dezimal, wie in Deutschland üblich.
Der Quotenschlüssel eines Marktes, auch Auszahlungsquote genannt, ergibt sich aus 1 ÷ (1/2,10 + 1/3,40 + 1/3,60). Die drei Kehrwerte liegen bei etwa 0,4762, 0,2941 und 0,2778, ihre Summe bei rund 1,0481. Der Kehrwert davon liegt bei etwa 0,9541. Ein solcher Markt zahlt also rund 95,4 % aller Einsätze an die Wettenden zurück. Die Marge des Veranstalters ist die Differenz zu 100 % und liegt bei etwa 4,6 %.
Als Band gesprochen: Solche Drei-Weg-Märkte bewegen sich bei deutschen Anbietern typischerweise zwischen etwa 4 % und 8 % Marge, und wo ein Markt innerhalb dieses Bandes landet, hängt an der Liquidität des konkreten Spiels und an der Wettart — ein 1X2-Markt mit breiter Beteiligung liegt enger als ein Nischenmarkt ohne echten Gegenfluss. Der Unterschied zwischen 4,6 % und 8 % ist kein Rundungsfehler. Er ist die Summe, die über 100 Einsätze hinweg von 100 € etwa 4,60 € oder 8 € kostet, ohne dass sich an den aufgeschriebenen Quoten irgendetwas geändert hätte. Auf den Quoten stehen zwei Zahlen, der Mechanismus dahinter ist eine dritte, und nur diese dritte Zahl sagt, was ein Markt wert ist.
Ein Turnier, das in vier Wochen über die Bühne geht, hat besonders viele Spiele mit geringer Liquidität — Gruppenspiele zweier Außenseiter, Randmärkte auf Torschützen. Wer dort zu den gleichen Quoten wie bei einem Topspiel rechnet, rechnet falsch.
Warum ein Bonus nicht dasselbe ist wie ein Rabatt
Die Quoten sind der Preis, den ein Wettender zahlt. Ein Willkommensbonus ist ein Nachlass auf diesen Preis, allerdings einer mit Bedingungen, die dabeistehen müssen.
Ein Bonus verlangt typischerweise einen Umsatz: Der Bonusbetrag oder der Betrag aus Bonus und Einzahlung muss mehrfach als Wette durchgesetzt werden, und nur Wetten ab einer Mindestquote zählen dabei mit. Eine Wette unterhalb dieser Mindestquote zählt gar nicht, egal wie hoch ihr Einsatz war. Ein Gratiswette oder Freiwette ist etwas anderes: Sie ersetzt den Einsatz, aber wenn sie gewinnt, wird in der Regel nur der Gewinnanteil ausgezahlt und der Einsatz nicht zurückgegeben. Eine als Freiwette ausgezahlte „risikofreie“ Wette ist damit keine Auszahlung in Geld, sondern ein weiterer Schein.
Der Glücksspielstaatsvertrag enthält keine Klausel, die Sportwetten-Boni begrenzt oder deckelt. Höhe, Umsatzbedingungen und Mindestquoten kommen ausschließlich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Wer ein Angebot bewerten will, liest diese drei Größen zusammen: den Bonusbetrag, den erforderlichen Umsatz und die Mindestquote. Fehlt eine der drei, ist das Angebot nicht bewertet — und ein groß gesetzter Betrag mit steilem Umsatz ist schlechter als ein kleiner Betrag mit flachem.
Der Spielplan des Turniers bestimmt, wann Wetten verfügbar sind
Ein Afrika-Cup ist kein Ligabetrieb. Er hat einen Anfang, ein Ende und dazwischen eine Verdichtung von Spielen, die kein europäischer Ligaspielplan erzeugt. Wer den Zeitplan kennt, weiß vorher, wann die Märkte eng werden und wann sie es nicht sind.
Sechs Vierergruppen bedeuten, dass in der Gruppenphase jedes Team drei Spiele hat, verdichtet auf wenige Tage, mit Anpfiffen über den ganzen Abend verteilt. Gruppenerste und -zweite kommen weiter, dazu die vier besten Gruppendritten — die vier Dritten sind die, bei denen bis zum Schluss gerechnet wird, und Rechnerei über mehrere Gruppen hinweg ist der Nährboden für späte Einsätze. Danach folgt das K.-o.-System mit Verlängerung und Elfmeterschießen bei Gleichstand.
Die Ausgabe 2025 begann am 21. Dezember und endete am 18. Januar. Über Weihnachten und den Jahreswechsel zu spielen verändert die Wette: In diesen Wochen ist der eigene Alltag anders getaktet, die Spiele laufen zu ungewöhnlichen Zeiten, und die Entscheidung fällt oft in der Zeit vertiefter Werbe- und Marketingpräsenz. Bei einem Turnier wird der Kalender zum Risikofaktor.
Bis zum Anpfiff bewegen sich Quoten, und zwar aus zwei Gründen. Neuigkeiten — Aufstellung, Verletzung, Sperre — werden eingepreist. Und Liquidität fließt ein, je näher das Spiel rückt. Ein früher Turniersiegermarkt, lange vor dem ersten Anpfiff gesetzt, hat deshalb eine deutlich höhere Marge als derselbe Markt drei Stunden vor dem Spiel. Frühe Quoten sind teuer.
Live-Märkte unter deutscher Erlaubnis sind enger gefasst als auf dem internationalen Markt: nur Endergebnis, nächstes Tor, nächster Satz. Was | Manche Anbieter so etwas Cash Out nennen, ist kein gesetzlich geregelter Begriff — es ist ein Produktmerkmal des jeweiligen Anbieters und steht in seinen Bedingungen. Bei Betway erscheint das grüne Symbol unter „Meine Wetten“, der Wert der Wette wird angezeigt, und ausgezahlt werden kann der ganze Betrag oder ein Teil davon. Ob ein Anbieter diesen Weg anbietet und zu welchen Bedingungen, ist von Haus zu Haus verschieden. Für Turnierwochen hat er eine unangenehme Eigenschaft: Er macht es einfach, eine Wette zu schließen, weil der Ausstieg offen zu bleiben scheint. Der Ausstiegspreis setzt sich aber aus denselben Quoten und derselben Marge zusammen wie der Einstieg. Man zahlt sie zweimal.
Für den Afrika-Cup 2027 gibt es heute keinen Spielplan, dem man das entnehmen könnte. Die Qualifikation mit ihren 54 gemeldeten Mannschaften läuft; konkrete Anstoßzeiten entstehen erst nach der Auslosung. Wer jetzt einsteigen will, sollte sich an der kommenden Ausgabe orientieren und die Monate bis dorthin als Beobachtungszeit nutzen, statt sie als Anlauf zu behandeln.
Zehn Anbieter mit deutscher Erlaubnis im Vergleich
Die folgende Liste prüft zehn Marken, deren Sport-Domain auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder steht — Stand der Liste: 2. Oktober 2026. Das ist keine Rangliste und keine Empfehlung. Es ist eine Auswahl aus einem größeren Feld; die Whitelist führt 27 Inhaber mit Sportwetten-Erlaubnis, und diese zehn sind die, die hier genauer betrachtet werden.
| Marke | Inhaber der Erlaubnis (Whitelist) | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| VBet | SCGO Limited | 5. Dezember 2023 |
| Betway | Betway Limited | 9. März 2021 |
| ODDSET | Oddset Sportwetten GmbH | 18. November 2020 |
| bet365 | Hillside (Europe) ENC | 9. Oktober 2020 |
| AdmiralBet | Greentube Betting Malta Limited | 9. Oktober 2020 |
| Tiptorro | Torro Tec Limited | 30. Juni 2021 |
| Sportingbet | Sportingbet (Deutschland) Limited | 9. Oktober 2020 |
| 888sport | 888 Germany Limited | 30. Juni 2021 |
| DAZN Bet | DZBT Operations Limited | 22. August 2023 |
| Interwetten | Interwetten Gaming Limited | 27. November 2020 |
Die Spalte „seit“ trennt zwei Generationen. Anbieter mit einer Ersterlaubnis aus dem Herbst 2020 sind seit dem ersten Tag des regulierten Marktes dabei und haben die Regeln der Anfangsphase mitgeschrieben. Marken mit einem Datum aus 2023 sind später eingestiegen, mit einem Regelwerk, das bereits stand. Über die Qualität eines Wettangebots sagt das Datum nichts. Über die Zuverlässigkeit eines Veranstalters gegenüber einer Aufsicht sagt es ein wenig — fünf Jahre Marktaufsicht sind fünf Jahre, in denen eine Erlaubnis auch hätte entzogen werden können.
Jeder Inhaber ist eine eigene Gesellschaft mit eigenem Sitz. Keiner der Namen oben ist identisch mit der Marke, unter der er auftritt. Wer prüfen will, ob die Marke vor ihm wirklich auf der Liste steht, sucht nach der Domain und liest den Inhaber daneben.
VBet — späteste Erlaubnis der Runde, maltesische Veranstalterin
Die SCGO Limited mit Sitz in Portomaso auf Malta hält die Sportwetten-Erlaubnis für Vbet.de seit dem 5. Dezember 2023. Das ist das jüngste Ersterlaubnisdatum unter den ersten fünf Marken dieser Liste und, mit Ausnahme von DAZN Bet, das jüngste im ganzen Feld.
Ein junges Datum ist zunächst einmal nur ein Datum. Es heißt, dass die Gesellschaft 2023 die vollständige Prüfung durch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder durchlaufen hat — Sitz, wirtschaftliche Verhältnisse, Zuverlässigkeit. Wer eine Marke als Neuling abtut, verwechselt das Alter einer Erlaubnis mit der Erfahrung einer Mannschaft.
Für Turnierwetten relevant ist etwas anderes: VBet steht mit seiner Erlaubnis seit Dezember 2023 in der Aufsicht, hat also die Verlegung des Afrika-Cups 2025 in den Winter unter deutscher Regulierung nicht mehr erlebt. Wer sich über das Turnierangebot dieser Marke informieren will, findet die Angaben dazu im Sportwettprogramm des Anbieters selbst, nicht in einer allgemeinen Turnierübersicht. Die Erlaubnis ist der harte Teil. Alles darüber hinaus ist Programm und ändert sich mit dem Spielplan.
Betway — Cash-Out unter „Meine Wetten“ und ein Konfigurator für Fußball
Betway Limited hält die Erlaubnis für Betway seit dem 9. März 2021, mit Folgeerlaubnis vom 23. Dezember 2022. Die Marke bringt zwei Produktmerkmale in den Vergleich ein, die über die Standardmärkte hinausgehen.
Der Cash-Out erscheint als grünes Symbol unter „Meine Wetten“, mit angezeigtem Wert der Wette; ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil. Dass Teilstücke möglich sind, ist der Unterschied, der im Turnierverlauf zählt: Bei einem Gruppenphasen-Spielzug, der sich anders entwickelt als gedacht, kann man einen Teil herausnehmen und den Rest laufen lassen.
Dazu kommt ein Wettkonfigurator für Fußballspiele. Der „Konfigurator+“ kombiniert Auswahlen aus verschiedenen Partien. Gemeint ist damit eine Kombiwette über Spiele hinweg, nicht über Märkte innerhalb eines Spiels — bei einem Turnier mit sechs parallelen Gruppen ist das der Weg, mehrere Anpfiffe an einem Abend in einen Wettschein zu bringen. Ob das klug ist, ist eine andere Frage. Eine Kombination multipliziert die Margen ihrer Teile und nicht nur ihre Quoten.
Wer ein Turnier mit Cash-Out begleitet, sollte die Ausstiegspreise im Blick behalten. Sie tragen dieselbe Marge wie der Einstieg. Bequemlichkeit hat einen Preis, und der wird hier zweimal kassiert.
ODDSET — staatliche Wurzeln, Erlaubnis vom Regierungspräsidium
Die ODDSET Sportwetten GmbH erhielt die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb mit Bescheid vom 15. Dezember 2022 vom Regierungspräsidium Darmstadt; die Aufsicht liegt bei der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Die erste Erlaubnis datiert vom 18. November 2020. Die Marke ist damit eine der ältesten in diesem Feld und die einzige mit einer Erlaubnishistorie, die bis in die Zeit vor der Neuordnung des deutschen Glücksspielmarkts zurückreicht.
Interessant ist für Turnierwetten weniger die Historie als die Kombination aus Online und stationär. Ein Turnier über den Jahreswechsel fällt in eine Zeit, in der viele Wetten in der Filiale abgegeben werden — und wer das Angebot dort mit dem im Internet vergleicht, wird selten identische Preise finden. Das ist kein Widerspruch, sondern die normale Folge zweier Vertriebswege mit unterschiedlichen Kosten.
Für die Bewertung des Sportwettprogramms bleibt es dabei: Maßgeblich ist, was der Anbieter für das Turnier tatsächlich listet.
bet365 — maltesischer Inhaber, früh im regulierten Markt
Für bet365 führt die Whitelist die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex auf Malta, mit einer Ersterlaubnis vom 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022. Damit gehört die Marke zu der Gruppe, die seit dem ersten Tag unter der Aufsicht des GlüStV 2021 steht.
Relevant ist hier eine Verwechslungsgefahr, die bei kaum einer anderen Marke so naheliegt: Der Name bet365 verweist international auf eine große Gruppe mit Sitz in Großbritannien, während die Whitelist für die deutsche Domain eine maltesische Gesellschaft als Veranstalterin nennt. Wer in Deutschland auf bet365 wettet, schließt den Vertrag mit der maltesischen Gesellschaft unter deutscher Aufsicht. Nicht mit der britischen Gruppe.
Für ein Turnier, dessen Spielzeiten über zwei Kalenderjahre und mehrere Zeitzonen laufen, ist ein Anbieter mit langer Aufsichtsgeschichte ein stabiler Rahmen. Die Erlaubnis sagt aber nichts über die Tiefe des Turnierangebots im konkreten Monat. Das steht im Sportwettprogramm, und nur dort.
AdmiralBet — zwei Erlaubnisse, zwei Regelwerke unter einem Dach
Für AdmiralBet ist die Greentube Betting Malta Limited als Betreiberin geführt, mit Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und Folgeerlaubnissen vom 13. Dezember 2022 und 29. Juli 2024. Für virtuelle Automatenspiele auf der Slot-Marke desselben Hauses besteht seit dem 28. September 2022 eine separate Erlaubnis.
Diese zwei Erlaubnisse sind der eigentliche Punkt dieser Marke, und sie sind zugleich die häufigste Verwechslung. Wer auf dem Sportportal der Marke einsteigt, ist im Sportwetten-Regime. Die Casino-Seite ist ein anderer Vertriebsweg, mit einem eigenen Erlaubnisdatrum, eigenen Regeln und eigenen Grenzen — die Einzahlungsgrenzen und Schutzmechanismen der Spielerschutzvorschriften für Wetten sind nicht automatisch die der Casino-Genehmigung.
Bei einem Turnier mit monatelanger Lücke ist das eine praktische Frage: Ob ein Angebot im Sportbereich liegt oder im Casino-Bereich, entscheidet darüber, welches Regelwerk greift. Die Whitelist trennt die beiden Domains sauber — wer die Liste liest, sieht die Trennung.
Tiptorro — junge Erlaubnis, Betreiber außerhalb der Marke
Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited mit Sitz auf Malta angeboten; das Unternehmen beschreibt sich selbst als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Die Whitelist bestätigt das: Sportwetten-Erlaubnis für Tiptorro seit dem 30. Juni 2021, Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022.
Der Name der Marke und der Name des Veranstalters haben nichts miteinander zu tun. Das ist keine Besonderheit dieser Marke — es gilt für fast alle hier — aber es ist bei einem Namen ohne erkennbare Verbindung zum Betreiber der Punkt, an dem eine schnelle Prüfung über die Domain läuft und nicht über den Namen.
Für die Bewertung zählt der Vertriebsweg: Eine Marke, die ihre Anwesenheit stark über die App führt, verlagert den Wettschein auf das Telefon. Bei einem Turnier mit Spielen über den ganzen Abend verteilt ist das ein Vorteil für die Bequemlichkeit — und ein Risiko für die Kontrolle, weil die Distanz zwischen Impuls und Einsatz kürzer wird.
Sportingbet — breites Sportartenangebot, Live-Wetten, Konfigurator
Sportingbet (Deutschland) Limited hält die Erlaubnis für Sportingbet seit dem 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022. Zum Wettangebot gehören ein „Konfigurator+“ und Live-Wetten; zu den Sportarten zählen unter anderem Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker.
Diese Breite ist mehr als eine Aufzählung. Sie beschreibt, was ein Anbieter außerhalb eines Turniers zu tun hat: Wenn der Afrika-Cup pausiert, füllt sich das Portal mit anderen Sportarten. Für einen Wettenden, der das Turnier nur gelegentlich begleitet, heißt das, dass dieselbe Plattform in der Lücke weiter Angebote bereithält. Und für den Spielplan des Turniers heißt es, dass Fußball nur einer von mehreren Reitern ist.
Bei Live-Wetten unter deutscher Erlaubnis bleibt es bei der eingeschränkten Liste: Endergebnis und die nächste Komponente. Ein breites Live-Angebot bedeutet also mehr Spiele, nicht mehr Markttypen pro Spiel.
888sport — von der Börse notierte Gruppe, deutsche Domain als Veranstalterin
888 Germany Limited hält die Sportwetten-Erlaubnis für 888sport seit dem 30. Juni 2021, mit Folgeerlaubnis vom 15. Dezember 2022. Die Marke gehört zur Gruppe um die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar; die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert.
Eine börsennotierte Muttergesellschaft ist für einen Wettenden kein unmittelbarer Vorteil. An einem rechtlichen Punkt ist sie trotzdem von Interesse: Die Veranstalterin der deutschen Domain ist nicht die gibraltarische Holding, sondern eine eigene deutsche Gesellschaft. Wer wissen will, mit welcher Einheit er den Vertrag schließt, findet die Antwort in den Bedingungen des Anbieters.
Für die Turnierplanung zählt etwas Nüchternes: Ein Anbieter mit einem Erlaubnisdatum von 2021 hat den vorherigen Afrika-Cup noch in einem Sommerfenster erlebt — nicht in der Winterverlegung. Wer die Quotensetzung über den Jahreswechsel beurteilen will, hat dafür bei älteren Häusern mehr Vergleichsmaterial.
DAZN Bet — Erlaubnis aus dem Sommer 2023, im Umfeld eines Streamingportals
Die DZBT Operations Limited mit Sitz in der MRO Frank Galea Street in Zebbug auf Malta hält die Sportwetten-Erlaubnis für DAZN Bet seit dem 22. August 2023. Es ist das späteste Ersterlaubnisdatum unter den zehn Marken hier und die einzige, die ohne Folgeerlaubnis auf der Liste steht.
Ein Anbieter, der aus einem Streamingumfeld kommt, hat eine bestimmte Stärke und eine bestimmte Schwäche. Die Stärke ist die Nähe zur Übertragung: Fußball schauen und dazu eine Wette platzieren liegt in derselben Anwendungsumgebung. Für ein Turnier, dessen Spiele über Wochen an jedem Abend laufen, ist das eine reale Erleichterung. Die Schwäche ist genau dieselbe Nähe, von der anderen Seite betrachtet: Wenn Wette und Übertragung zwei Klicks voneinander entfernt sind, sinkt die Zeit zwischen Entschluss und Einsatz.
Für Deutschland gilt dabei die Einschränkung, die für alle zehn gilt: Live während eines laufenden Spiels nur auf Endergebnis und die nächste Komponente. Ein Streaming-Vorteil hängt also nicht daran, besonders viele Live-Markttypen zu haben.
Interwetten — eines der ersten Häuser, Erlaubnis seit 2020
Für Interwetten.de führt die Whitelist die Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Tigne‘ Point, Sliema, ein. Die Ersterlaubnis datiert vom 2. November 2020, mit Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022.
Mehr als fünf Jahre Erlaubnis in einem Markt, dessen Regeln sich seit dem Start mehrfach geändert haben, ist ein Argument für Verlässlichkeit — aber nur für Verlässlichkeit gegenüber der Aufsicht und nicht gegenüber dem Kunden. Zwei Dinge sind an dieser Marke für ein Turnier von Bedeutung.
Zum einen schlägt ein Erlaubnisdatum von 2020 nicht auf die Quoten durch. Alter ist kein Preisvorteil.
Zum anderen sitzt dieser Anbieter wie die meisten hier auf einem maltesischen Veranstalter. Wer die Marke über das Turnier findet, sollte das Sportwettprogramm prüfen, bevor er die Bedingungen für verbindlich hält. Eine Sportwetten-Erlaubnis deckt ein Programm ab; ob ein bestimmter Markt darin steht, ändert sich mit dem Turnierplan und nicht mit der Erlaubnis.
Wann ein Afrika-Cup-Wettschein in Deutschland überhaupt zulässig ist
Ein Turnier ist ein Ereignis, das die Erlaubnisfrage nicht verändert. Ob eine Wette zulässig ist, hängt am Anbieter und am Markt, nicht am Wettbewerb, auf den sie sich bezieht — aber ein Turnier bringt mehr Gelegenheiten mit sich, an denen beide Fragen gleichzeitig schiefgehen.
Die klarste Form dieser Frage: Ein Anbieter, den ein Wettender über eine internationale Seite findet, hat keine deutsche Erlaubnis, und nichts an seinem Angebot ist nach deutschem Recht zulässig. Das gilt auch dann, wenn er den Turniernamen in denselben Wörtern ausschreibt wie ein deutscher Anbieter und wenn er dieselben Quoten zeigt.
Für unzulässige Angebote spricht die Behörde Warnungen aus; im September 2026 nannte sie in einer solchen Warnung Platincasino als Beispiel. Wer auf einer Seite mit einem Turnierangebot landet, prüft also zuerst die Whitelist. Nicht die Gestaltung, nicht die Sprache, nicht die Bonushöhe. Der Test ist die Liste.
Die zweite Frage ist der Markt. Ein K.-o.-Spiel, das in die Verlängerung geht, entscheidet sich nicht im regulären Ergebnis, und ein Markt, der das nicht sauber trennt, produziert Streitfälle. Diese Streitfälle entscheidet kein Gericht, sondern die Bedingungen des jeweiligen Veranstalters — deshalb gehören sie vor die Wettabgabe gelesen und nicht danach.
Bei einem Turnier mit Spielen nach Mitternacht kommt eine dritte Frage hinzu: der Tag, an dem das Ereignis offiziell endet. Auszahlungen erfolgen erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses. Ein Spiel, das um 23 Uhr beginnt und in der Verlängerung endet, gehört damit in die folgenden Kalenderstunden.
Und die vierte: Wer im Umfeld eines Turniers auf E-Sport-Wetten stößt, stößt nicht auf eine Randnische des lizenzierten Marktes, sondern auf etwas, das dort nicht existiert. Die Behörde stellt es ausdrücklich so fest. Es gibt kein lizenziertes E-Sport-Wetting in Deutschland.
Was die Erlaubnisprüfung für den Wettschein bedeutet
Zwei Dinge gilt es auseinanderzuhalten, weil sie ständig in einen Topf geworfen werden. Eine Sportwetten-Erlaubnis ist eine Erlaubnis, ein bestimmtes Programm unter einer deutschen Domain zu veranstalten. Sie ist keine Bewertung der Quoten und keine Zusage über die Höhe eines Bonus. Wer nach Afrika-Cup-Wetten sucht, sucht beides: einen Anbieter, bei dem er überhaupt spielen darf, und einen Kurs, der nicht durch unnötig hohe Margen geschmälert ist.
Die Prüfung selbst dauert eine Minute. Auf der Whitelist der Behörde die Liste öffnen, die in den Bedingungen des Anbieters genannte Domain suchen, den Inhabernamen daneben lesen. Findet man die Domain, ist das erste Problem gelöst. Findet man sie nicht — oder steht dort ein anderer Name — kann das Angebot noch so gut wirken.
Der zweite Teil hat keine Prüfliste, die so kurz wäre. Quoten vergleichen heißt, mindestens zwei Anbieter auf denselben Markt desselben Spiels anzuschauen. Bei einem 1X2-Markt mit drei Ausgängen genügt es, die drei Quoten einzeln umzurechnen, ihre Kehrwerte zu addieren und den Kehrwert der Summe zu bilden: Das ist der Quotenschlüssel des Marktes, und die Differenz zu 100 % ist die Marge. Wer das einmal für ein Spiel tut, hat einen Maßstab, an dem sich jeder weitere Markt messen lässt. Ein Band von etwa 4 % bis 8 % ist bei deutschen Anbietern üblich; ein Markt oberhalb davon ist ein teurer Markt, ganz unabhängig davon, welche Zahl auf dem Wettschein steht.
Und ein letzter Punkt, der bei Turnieren untergeht: Der Zeitraum ist selbst ein Kostenfaktor. Ein Turniersiegermarkt früh gesetzt bindet den Einsatz über Monate und trägt eine höhere Marge als derselbe Markt kurz vor Anpfiff. Ein Cash-Out-Ausstieg kann eine Wette auflösen, aber er tut es zu Bedingungen, die schon einen Teil des Werts abgegeben haben. Keine dieser Kosten erscheint in der Werbung. In den Quoten steht jede davon.
Häufige Fragen zu Afrika-Cup-Wetten
Findet 2026 ein Afrika-Cup statt, oder meint das Jahr eigentlich 2025 und 2027?
Nein. Der Afrika-Cup 2025 lief vom 21. Dezember 2025 bis 18. Januar 2026 in Marokko mit 24 Nationen; die nächste Ausgabe ist für den 19. Juni bis 17. Juli 2027 in Kenia, Tansania und Uganda geplant. Die Jahreszahl im Suchbegriff ist das Veröffentlichungsjahr, keine Ausgabe. Zwischen beiden Turnieren findet kein Afrika-Cup statt.
Wann soll der Afrika-Cup 2027 stattfinden, und wo wird gespielt?
Vom 19. Juni bis 17. Juli 2027, mit Kenia, Tansania und Uganda als gemeinsamen Ausrichtern. Zur Qualifikation haben sich 54 Mannschaften angemeldet. Ab 2028 soll das Turnier dann nur noch alle vier Jahre ausgetragen werden, statt wie zuletzt in kürzeren Abständen.
Welche Wettarten gibt es bei einem Turnier mit Gruppenphase und K.-o.-Runde?
Im Kern vier: der Turniersieger über die ganze Ausgabe, Gruppenwetten auf Weiterkommen oder Gruppenplatzierung, der Spielausgang mit den drei Ergebnissen sowie Torschützenmärkte bis zum Torschützenkönig. Dazu kommen K.-o.-spezifische Märkte — wobei vorab zu klären ist, ob die Verlängerung zum Ergebnis zählt und wie ein Elfmeterschießen gewertet wird.
Zählt bei K.-o.-Spielen die Verlängerung, und wie wird ein Elfmeterschießen behandelt?
Das entscheidet der jeweilige Markt, nicht das Regelwerk des Turniers. Beim Afrika-Cup 2025 gewann Senegal das Finale 1:0 nach Verlängerung — die CAF wertete es später mit 3:0 für Marokko — und Nigeria setzte sich im Spiel um Platz drei im Elfmeterschießen mit 4:2 durch. Deshalb vor der Wettabgabe in den Bedingungen prüfen, ob 90 Minuten, die Verlängerung oder das Endergebnis zählt.
Woran erkenne ich, ob ein Anbieter eine deutsche Erlaubnis für Afrika-Cup-Wetten hat?
An der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Dort die Domain suchen, die in den Bedingungen des Anbieters steht, und den Inhabernamen daneben lesen. Der Stand vom 2. Oktober 2026 führt 30 Einträge: 27 Inhaber mit Sportwetten-Erlaubnis und drei mit Erlaubnis nur für Pferdewetten. Eine .de-Domain allein beweist nichts.
Wie viel bleibt von einem Gewinn nach der Sportwettensteuer von 5,3 %?
Der Steuersatz beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage, und diese ist der gezahlte Einsatz abzüglich der Steuer selbst — umgerechnet rund 5,03 % des eingezahlten Betrags, nicht 5,3 %. Schuldner ist der Veranstalter. Ob und wie ein Anbieter die Last über eine angepasste Quote oder bei der Auszahlung weitergibt, steht in dessen eigenen Bedingungen.
Turniere – Kleine Einzahlung
Inhalt erstellt vom Team «Kleine Einzahlung»
